Samstag, 21. April 2018 13:14:16

medienhb.Technische Grundlagen

Technischer Vorspann

Beim Technischen Vorspann handelt sich um eine festgelegte Abfolge von Bild- und Tonsignalen, die noch vor Beginn eines Programmbeitrags auf einem MAZ-Band enthalten sein müssen. Dieser Vorspann dient der messtechnischen Vorbereitung und Anpassung zur optimalen Wiedergabe des Sendematerials.

Der technische Vorspann ist einheitlich für alle Videobänder einzurichten. Dass heißt, von der Produktion abzuliefernde, zu archivierende und zur Sendung freigegebene Sendemaster haben einen solchen Vorspann aufzuweisen.

Müssen Programminhalte wegen Überlänge auf zwei oder mehr Bändern aufgeteilt angeliefert werden, so ist auf jedes Band ein technischer Vorspann aufzuzeichnen.

Erfolgt die Herstellung und Anlieferung des Sendematerials hausintern (also innerhalb der Sendeanstalt selbst), können auch kürzere Längen und abweichende Vorläufe zur Anwendung kommen. Je nach Sendeanstalt können so auch Vorspänne leicht voneinander abweichen.

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Audiopegel (Programmbeitrag)

Bei der tonseitigen Aussteuerung des nach dem Vorspann enthaltenen Programmbeitrags ist darauf zu achten, dass eine Vollaussteuerung von -9 dBFS digital bzw. 0 dB analog nicht überschritten werden sollte, um den maximal möglichen Audiopegel zu erhalten. Der digitale Headroom bzw. die analoge Übersteuerungsreserve liegt damit 9 Dezibel unterhalb der digitalen Clipgrenze bzw. der analogen Übersteuerungsgrenze.

Wird das Tonsignal produktionsseitig übersteuert, ist das die Audioinformation irreparabel in der Aufzeichnung geschädigt - und das Programmmaterial als nicht sendefähig einzustufen.

Pegelton

Der verwendete Audio-Referenzpegel weist eine kontinuierliche Frequenz von 1.000 Hz (1 kHz) auf. Der Bezugspegel für den Referenz-Ton ist auf -18 dB FS digital und auf -9 dB analog einzurichten. Der Audiopegel wird parallel zum bildseitigen Referenzsignal (Farbbalken) eingesetzt.

Farbbalken

Der Farbbalken ist ein universell verwendbares Testbildsignal, dass nach festen Normen erstellt ist - und dient somit als bildseitiges Referenzsignal.

Der in der Regel verwendete EBU-Farbbalken besteht aus acht vertikalen positionierten Streifen, in den Farben Weiß, Gelb, Cyan, Grün, Magenta, Rot, Blau und Schwarz.

Der EBU-Farbbalken wird dabei in den Varianten 100/75 und 100/100 unterschieden. Die unterschiedlichen Zahlenwerte stehen dabei für das Helligkeitsverhältnis: Bei einem 100/75-Farbbalken beträgt der Weißwert 100%, die Farbhelligkeit der Signale Rot, Grün und Blau ist in den sechs farbigen Balken auf 75% reduziert. Bei einem 100/100-Farbbalken betragen dagegen der Weißwert sowie die Farbhelligkeit der Signale Rot, Grün, Blau 100%.

Für Sendebänder ist der EBU-Farbbalken mit einem Verhältnis von 100/75 zu verwenden.

Länge des Vorspanns

In der Gesamtlänge sollte der Vorspann mindestens 60 bis 90 Sekunden aufweisen. Der Regel wird jedoch ein Vorspann von 120 Sekunden verwendet und empfohlen. Dass heißt, Programmstart minus 2 Minuten gleich Start des technischen Vorspanns.

In den meisten Fällen beträgt der Programmstart 10:00:00:00, sodass der technische Vorlauf ab einem Timecode von 09:58:00:00 ab Bandbeginn einzusetzen hat. Abweichend kann auch ein Programmstart von 00:02:00:00 akzeptiert werden. In diesem Fall hat der Vorlauf bei 00:00:00:00 ab Bandbeginn zu erfolgen.

Teile und Reihenfolge des Vorspanns

Der technische Vorspann besteht also aus 90 Sekunden Farbbalken inklusive 1 kHz-Pegelton, gefolgt von 30 Sekunden Schwarzbild, ohne Ton. Anschließend erfolgt der Programmstart.

Bandabschnitt Dauer Timecode Video Audio Kontrollspur
Technischer Vorspann Sicherheits- vorspann fortlaufend
Einstell- vorspann 90sec 09:58:00,00 Einstellsignal Farbbalken 100/75

Bildformat- kennzeichnung
16:9 / 4:3

1 kHz Bezugspegel
Schwarzbild 30sec 09:59:30,00 Schwarzbild stumm
Programmbeitrag 10:00:00,00 Programmbeitrag
Technischer Nachspann 30sec nach dem Programm Schwarzbild stumm

Nachspann

Am Ende des Programmbeitrags sind mindestens weitere 30 Sekunden Schwarz ohne Ton aufzuzeichnen.

Timecode

Für den kompletten Inhalt des Bandes ist ein kontinuierlich aufsteigender Zeitcode vorausgesetzt. Sprünge und Unterbrechungen im Timecode sind nicht erlaubt und könnten bei Programmwiedergabe zu Problemen führen.

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