Mittwoch, 22. November 2017 12:45:24

medienhb.Geschichte

ab 1936 - der Reichs-Fernsehsender

Die Ausstrahlung des Fernsehsenders „Paul Nipkow“ - nach dem Fernseherfinder benannt - sah regelmäßige Unterhaltungssendungen im Zeitraum von 20 bis 22 Uhr vor, die montags bis freitags in die bereits 27 Berliner Fernsehstuben übertragen wurden. Zu den olympischen Spielen des Jahres 1936 wurde das Programm auf täglich 8 Stunden erweitert, in denen live oder mit Hilfe des Zwischenfilmverfahrens die dargebotenen Wettkämpfe übertragen wurden.

Gegner der Nationalsozialisten betrieben ab 1937 den ersten Piraten-Hörfunksender, der als „Sender der Freiheit“ bekannt wurde. Nur wenige Monate später wurde der Sender durch die „Gestapo“ auf Grund antifaschistischer Programme gewaltsam unterbunden.

1937 führten Frankreich und England den hochzeiligen Fernsehdienst mit 455-Bildzeilen ein; die Reichspost in Deutschland die 441-Zeilen-Norm. Walter Bruch, der spätere Erfinder der PAL-Farbfernsehnorm entwickelte im gleichen Jahr das erste elektronische Fernsehstudio und nahm es nach insgesamt einem Jahr Herstellung und Einrichtung in Betrieb, bevor am 24. August 1939 vorerst die Einstellung des Fernsehbetriebs auf Anordnung des Oberkommandos der Wehrmacht - wenige Tage vor Beginn der Eroberungskriege - erfolgte.

In den USA wurde unterdessen 1940 die Fertigstellung eines Farbfernsehsystems angekündigt. Knapp ein halbes Jahr später, am 9. Januar 1941 sendete die „CBS“ aus New York bereits erstmals Live-Bilder in Farbe – und im Mai desselben Jahres zog „NBC“ mit einem ähnlichen Farbfernsehsystem nach, bevor in den USA die 525-Zeilen-Norm bei 30 Bildern pro Sekunde eingeführt wurde.

In Nazi-Deutschland stand derweilen, 1944 der Empfang und das Abhören von Auslands-„(Feindes)sendungen“ unter Todesstrafe der NS. Im April desselben Jahres wurden unterdessen in den Nachbarländern - die der zum opfergefallenen Rundfunkprogramme - vor dem Einmarsch der Alliierten Befreiungstruppen durch die deutschen Besatzer geräumt.

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