Montag, 20. November 2017 21:06:46

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16:9

16:9 ist ein Bildformat in der Fernseh- und Videotechnik. Dabei wird die Bildbreite im Verhältnis zur Bildhöhe definiert (16 Bildeinheiten breit, 9 Einheiten hoch). Das exakte Seitenverhältnis beträgt hierbei 1,78:1.

Warum 16:9?

Das 16:9-Format entspricht dem Sichtfeld des menschlichen Auges besser als das herkömmliche 4:3-Format. Das Auge kann in dem breiten Bild umherwandern und mehr Informationen aufnehmen. Zudem ist das 16:9-Format ein Kompromiss zwischen dem klassischen 4:3-Format und verschiedenen Kinoformaten. Bei Spielfilmen, die im Cinemascopeformat (1:2,35) produziert wurden und im Fernsehen gesendet werden, lassen sich sehr breite, schwarze Balken am oberen und unteren Bildrand nicht vermeiden. Viele Fernsehanstalten zoomen daher einen zu sendenden Spielfilm auf das 16:9-Format auf (Pan & Scan), so dass der 16:9-Zuschauer einen ausgefüllten Bildschirm und der 4:3-Zuschauer weniger von den schwarzen Balken im Bild hat.

Entwicklung des 16:9-Formates in Deutschland

Beim Fernsehen wurde eine Umstellung auf 16:9 erstmals mit Einführung des PALplus-Systems im Jahr 1994 möglich. ARD, ZDF und der Pay-TV Anbieter Premiere (heute Sky) nutzten bereits zu dieser Zeit diese Technik für vereinzelte Spielfilme oder Showhighlights. Aufgrund der großen, schweren CRT-Geräte konnte sich das Format damals aber noch nicht flächendeckend durchsetzen, zumal deren Bildröhre auch nicht einfach zu produzieren gewesen ist.
Seit der Jahrhundertwende bieten immer mehr Fernsehfachhändler und –großhändler moderne Flachbildschirme größtenteils im 16:9-Format an, die das klassische 4:3-Fernsehgerät vom Markt verschwinden lassen. In Deutschland besitzt bereits heute eine Vielzahl der Haushalte ein Fernsehgerät im 16:9-Format. Aus diesem Grund entschließen sich nun auch immer mehr Privatsender, ihre Programmabwicklung komplett auf das Breitbildformat umzustellen.

Unterschied zwischen Letterbox- und Anamorphcodierung

Es existieren innerhalb der 16:9-Aufzeichunung zwei verschiedene Codierungsvarianten, die Letterbox- und die Anamorphcodierung.

Letterbox-Codierung: Das Letterbox-Format bietet sich für 16:9-Filme an, die im klassischen 4:3-Format codiert werden sollen. Dabei werden die schwarzen Balken oben und unten in das „tatsächliche“ Fernsehbild eingefügt, wodurch jedoch bestimmte Bildinformationen verloren gehen („unechtes 16:9“). Da diese schwarzen Balken ähnlich wie ein Briefkastenschlitz wirken, sprechen wir vom „Letterbox“-Verfahren.

Anamorph-Codierung: Bei anamorpher Codierung wird das komplette Fernsehbild mit Bildinformationen versorgt, was zur Folge hat, dass dieses im 4:3-Seitenverhältnis vertikal gestaucht werden muss. Gute Fernsehgeräte und DVD-Spieler erkennen in der Regel diese Stauchung und passen das Format entsprechend an. Bei 4:3-Geräten werden die schwarzen Balken nachträglich eingefügt und 16:9-Fernseher ziehen das Bild auf die korrekte Breite auseinander („echtes 16:9“). Da bei der anamorphen Codierung keine Bildinformationen verloren gehen, das Bild also deutlich besser als beim Letterbox-Verfahren dargestellt wird, ist diese Variante vorzuziehen.

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