medienhb.Empfangstechnik

Satellitenfernsehen

Beim Satelliten-Direktempfang erfolgt der Empfang der Fernsehsignale (analog oder digital) mit Hilfe einer Parabolantenne, die auf eine Satellitenposition im Erdorbit (bspw. 19,2° Ost) ausgerichtet ist. Die Übertragung der Bild- und Tonsignale erfolgt im Gigahertz-Bereich. Zwischen dem Satelliten und dem auf der Erde stehenden Empfänger muss eine direkte Sichtverbindung bestehen. Hindernisse in der Übertragungsstrecke können den Empfang beeinflussen. Die Verbreitung analoger Fernsehsignale via Satellit endet zum 30. April 2012.

Vorteile

  • Beste Bild- und Tonqualität
  • Sehr hohe Anzahl digitaler, frei empfangbarer TV- und Radioprogramme
  • PayTV-Kanäle
  • HDTV-Programme
  • High Speed Internet und Telefonie (bspw. über ASTRA2Connect oder Eutelsat Tooway)
  • Keine monatlichen Anschlussgebühren

Nachteile

  • Fachmännische Installation einer Satellitenempfangsanlage
  • Anschaffung eines DVB-S- oder DVB-S2-Receivers
  • HD+ Angebot: Private HDTV-Programme nur gegen jährliche Servicegebühr empfangbar

Satellitenübertragung

Der Empfang von Fernseh- und Hörfunksignalen via Satellit ist seit Anfang der 80er Jahre in Deutschland möglich. Dieser zeichnet sich dadurch aus, dass ein viel größeres Empfangsgebiet - als via Kabel oder der Terrestrik - versorgt werden kann.

Rundfunksatelliten sind einfach gesagt eine Art „Übertragungsspiegel“, die ein ankommendes Signal empfangen, es auf eine Downlink-Frequenz umsetzen und auf die Erdoberfläche - Ausleuchtzone genannt - wieder abstrahlen. Um einen konstanten Up- und Downlink (Aufwärts- und Abwärtsstrecke) von Rundfunksignalen zu gewährleisten, ist es nötig, diese Satelliten auf einer geostationären, also sich nicht verändernden Position zu halten. Der Satelliten ist sozusahen dort geparkt - und rotiert auf einer Äquatorposition in der Hohe von 35.786 Kilometern Entfernung zur Erdoberfläche.


Geostationäre Satellitenumlaufbahn

Fernsehsatelliten umkreisen die Erde in einem geostationären Erdorbit. Für den Up- und Downlink von Rundfunksignalen ist es erforderlich Fernsehsatelliten auf einer nichtveränderlichen Position in der Erdumlaufbahn zu „parken“. Die Postierung der Satelliten erfolgt auf einer festgelegten Entfernung von rund 36.000 Kilometern zur Erdoberfläche über dem Äquator - anders als bei Beobachtungssatelliten, welche die Erde in einer viel geringeren Höhe von z.Bsp. nur 800 km umrunden und somit den selben Erdbezugspunkt mehrfach pro Tag überfliegen. Die Höhe von genau 35.786 km bei geostationären Satelliten entspricht dagegen der notwenigen Geschwindigkeit der Erdrotation – womit durch die Erdgravitation eine Umdrehung um die Achse der Erde mit einer relativen Geschwindigkeit von etwa 3074,69 Meter pro Sekunde erreicht wird. Zum Empfang der Rundfunksignale werden auf der Erde fest installierte Parabolantennen (Satellitenschüsseln) verwendet, die beispielsweise an Hauswänden oder auf Hausdächern befestigt sein können.


Satellitenbetreiber

SES ASTRA

Das SES ASTRA-Satellitensystem ist das führende System für den Direktempfang in Europa und gehört zur Gruppe SES Global. Die ASTRA-Satellitenflotte besteht gegenwärtig aus 14 ASTRA- und zwei SIRIUS-Satelliten, die zusammen mehr als 122 Millionen Satelliten- und Kabelhaushalte in Europa versorgen und annähernd 2.500 analoge und digitale Fernseh- und Radiokanäle übertragen. Die Hauptorbitalpositionen von ASTRA und SIRIUS sind 19,2° Ost, 28,2° Ost, 23,5° Ost., 5° Ost und 31,5° Ost. Neben dem Hauptsitz in Betzdorf (Luxemburg) hält die SES ASTRA mit der ASTRA Platform Services auch eine Niederlassung in Unterföhring bei München (Deutschland).
>> Zur Website von ASTRA...

Eutelsat

Eutelsat ist der drittgrößte Satellitenbetreiber der Welt. Für Europa, Afrika, Asien sowie Nord- und Südamerika bereibt Eutelsat eine Flotte von insgesamt 24 Satelliten, über die rund 120 Millionen Menschen mit Fernsehprogrammen versorgt werden. In Deutschland besitzt das Unternehmen die in Köln ansässige Eutelsat Services und Beteiligungen GmbH, die wiederum eine Beteiligung an Hispasat (Madrid) sowie Sitcom (Rom) hält und die Geschäfte der Firma im deutschsprachigen Markt steuert. Mit dem KabelKiosk betreibt Eutelsat eine digitale Programm- und Dienste-Plattform für Kabelnetze in Europa, und mit VISEO+ seit Oktober 2009 ein DVB-T-Angebot im Sendegebiet Stuttgart.
>> Zur Website von Eutelsat...


DVB-S

DVB-S (Digital Video Broadcasting - Satellite)

Der Standard DVB-S definiert die digitale Ausstrahlung von Radio- und Fernsehsignalen über Satellit. Zum Empfang werden eine Parabolantenne (Satellitenschüssel) und ein spezieller DVB-S-Receiver (Set-Top-Box) benötigt.

Wie funktioniert DVB-S?

Alle zu übertragenen Inhalte werden zunächst von einer Uplinkstation des jeweiligen Senders oder eines Distributionsdienstleisters im MPEG-2 Verfahren in Form von Transpondern ins Weltall zum entsprechenden Satelliten übertragen. Der wiederum verteilt das Signal über seine jeweilige Ausleuchtzone. Bei ASTRA 19,2° Ost wäre dies Europa. Der Zuschauer kann nun über seine installierte Satellitenschüssel von allen angebotenen Fernseh- und Radioprogrammen profitieren. DVB-S bietet zudem, im Vergleich zu allen anderen Empfangswegen, die bestmögliche Bild- und Tonqualität. Als Modulationsverfahren wird QPSK (Quadrature Phase Shift Keying) angewandt. Es werden 2 Bits pro Sendesymbol übertragen.

Technische Details zu DVB-S

  • Modulationsart: QPSK
  • Übertragungskapazität je Transponder: 33-38 Mbit/s
  • Empfang durch Parabolantenne
  • stationäre Flächenversorgung

Welche Programme können empfangen werden?

Dies hängt ganz vom Satellitenbetreiber ab. Für Deutschland sind hauptsächlich die Satelliten ASTRA 19,2° Ost und Eutelsat 13° Ost von Bedeutung. Über diese Satelliten werden nahezu alle wichtigen deutschen Fernseh- und Radioprogramme frei empfangbar abgestrahlt. Dazu zählen alle öffentlich-rechtlichen Sender sowie eine Vielzahl von privaten Radio- und Fernsehveranstaltern. Pay-TV Angebote (z.B. Sky, ORF etc.) sowie die privaten HDTV-Sender im Angebot HD+ sind gegen Gebühr und mit Smartcard empfangbar.


Anlagentechnik Satellitenempfang

Was ist ein LNB?

LNB steht für „Low Noise Block-Converter“ und stellt den Frequenzumsetzer einer Satellitenanlage dar. Es empfängt alle Bild- und Tonsignale und überträgt diese über die angeschlossenen Koaxialkabel an die jeweiligen Empfänger. Diese wiederum gewährleisten auch dessen Stromversorgung (14 V bei vertikal- und 18 V bei horizontal-polarisierten Programmen). Je nach Anzahl der anzuschließenden Empfänger sind verschiedene LNB-Typen vorgesehen:

  • Single-LNB: Dieser LNB ist zum Direktanschluss an einen Satellitenempfänger geeignet.

  • Twin-LNB: Dieser LNB ist zum Direktanschluss von zwei unabhängigen Satellitenempfängern geeignet. Die Spannungsumschaltung ist hierbei integriert.

  • Dual-LNB: Dieser LNB ist rein optisch verwandt mit dem Twin-LNB. Seine beiden Ausgänge liefern getrennt voneinander die horizontale und die vertikale Schaltspannung. Somit ist dieser LNB nur in Verbindung mit einem externen Multiswitch (Multischalter) einsetzbar. Da er aber nur die Sender im Frequenzbereich des Low-Bandes empfangen kann, hat er im Zeitalter des digitalen Fernsehens keine Bedeutung mehr.

  • Quad-LNB: Dieser LNB ist zum Direktanschluss von vier unabhängigen Satellitenempfängern geeignet. Die Spannungsumschaltung ist hierbei integriert.

  • Quattro-LNB: Dieser LNB ist rein optisch verwandt mit dem Quad-LNB. Seine vier Ausgänge liefern getrennt voneinander die unterschiedlichen Schaltspannungen (horizontal/vertikal) im Low- und Highband. Somit ist dieser LNB nur in Verbindung mit einem externen Multiswitch (Multischalter) einsetzbar. Je nach Größe des Switches können gleich ganze Wohnanlagen mit nur einer einzigen Satellitenschüssel versorgt werden.

  • Octo-LNB: Dieser LNB ist zum Direktanschluss von acht unabhängigen Satellitenempfängern geeignet. Die Spannungsumschaltung ist hierbei integriert.

  • Monoblock-LNB: Dieser LNB ist zum gleichzeitigen Empfang von zwei Satellitenpositionen geeignet (z.B. ASTRA 19,2° Ost und Eutelsat 13° Ost). Die Spannungsumschaltung ist auch hierbei integriert.

  • Unicable-LNB: Mit diesem LNB ist es möglich, mehrere Satellitenempfänger über ein einziges Koaxialkabel zu betreiben.

  • iLNB: Eine neue LNB-Variante stellt der iLNB (interactive LNB)dar. Dieser rückkanalfähige LNB wird zur Internetnutzung über Satellit verwendet.

Was versteht man unter DiSEqC?

DiSEqC steht für „Digital Satellite Equipment Control“. Es ist ein von Eutelsat und Philips entwickeltes Steuerprotokoll zur Kommunikation zwischen Receiver und den Satellitenempfangsbauteilen (LNB, Multischalter). Die Übertragung digitaler Datenwerte wird über das 22-kHz-Schaltsignal realisiert, das die Steuerbefehle Frequenzband, Polarisation, orbitale Satellitenposition und Option - zur Wiedergabe ausgewählter Radio- und Fernsehprogramme - an das entsprechende Bauteil signalisiert. Zur Ausführung bestimmter Befehle werden unterschiedliche Versionen, wie DiSEqC Levels angewandt.

  • Mini DiSEqC
    Steuerung mit einem einfachen Tone Burst, max. 2 Universal-LNB’s auf einen Empfänger, unidirektional

  • Level 1.0
    zur Steuerung von maximal 4 Universal-LNB’s mit allen Bereichen = total 16 mögliche Sat-Ebenen (vertikal/horizontal und low/high-Band), unidirektional

  • Level 1.1
    wie Level 1.0, zusätzlich geeignet für DiSEqC-Einkabelanlagen und Anlagen mit kaskadierten DiSEqC-Bauteilen (Befehle werden mehrmals gesendet), maximal 64 Sat-Ebenen sind möglich, unidirektional

  • Level 1.2
    wie Level 1.1, jedoch mit erweitertem Befehlssatz, zum Beispiel zur Steuerung von drehbaren Antennen via Koaxialkabel, unidirektional

  • Level 1.3
    wie Level 1.2, aber mit erweitertem Befehlssatz

  • Level 2.0
    wie Level 1.0, die Kommunikation erfolgt aber in beide Richtungen, z.B. sendet der Empfänger einen Befehl und der Multischalter schickt die Bestätigung, bidirektional

  • Level 2.1
    wie Level 1.1, jedoch bidirektional

  • Level 2.2
    wie Level 1.2, jedoch bidirektional

  • Level 2.3
    wie Level 1.3, jedoch bidirektional
Quelle: Belsat AG
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