Sonntag, 19. November 2017 12:35:53

medienhb.Empfangstechnik

DVB-C (Digital Video Broadcasting - Cable)

Was ist DVB-C?

Der Ausdruck definiert die digitale Verbreitung von Radio- und Fernsehsignalen über das Kabelnetz. Zum Empfang werden ein gebührenpflichtiger Kabelanschluss, der von einem Kabelnetzbetreiber bereitgestellt werden muss, und einen speziellen DVB-C-fähigen Receiver (Set-Top-Box) benötigt.

Welche Kabelnetzbetreiber gibt es?

In Deutschland existieren drei große und mehrere kleine Kabelnetzbetreiber. Zu den großen zählen Kabel Deutschland, Unitymedia und Kabel BW. Bekannte kleinere Betreiber sind u.a. Primacom, TeleColumbus, NetCologne, KEVAG Telekom, wilhelm.tel und ewt Multimedia.

Welche Programme bietet DVB-C?

Das Programmangebot hängt vom jeweiligen Kabelnetzbetreiber ab. Es sind auf jeden Fall alle öffentlich-rechtlichen TV- und Radioprogramme Deutschlands frei empfangbar. Privatsender sind nur gegen eine Zusatzgebühr zu empfangen. Gleiches gilt für Pay-TV Abonnements (z.B. Premiere oder Programmpakete der Kabelnetzbetreiber).

Wie funktioniert DVB-C?

Alle Fernsehsignale werden zunächst an von den Providern betriebene Kabelkopfstationen zugeführt. Dies geschieht via Satellit oder Glasfaserleitungen von den TV- bzw. Radiostationen. Die Kopfstationen bereiten die Signale im MPEG-2 Verfahren kabelgerecht auf, d.h. jedem Sender/jedem Programmbouquet wird eine Frequenz zugeordnet (Netzebene 2). Wenn die Aufbereitung erfolgt ist, werden alle Signale über die untererdigen Kabelleitungen an alle teilnehmenden Haushalte der jeweiligen Region zugeführt (Netzebene 3). In einem solchen Haushalt befinden sich i.d.R. im Keller ein Hausübergabepunkt (HÜP) und ein Hausanschlussverstärker, der alle Signale über eine in Baumstruktur angeordnete Kabelanlage im ganzen Haus verteilt (Netzebene 4). Bei DVB-C werden in Deutschland als Modulation die QAM-64 und QAM-256 verwendet. Letztere erlaubt die höchstmögliche Bandbreite der Signalübertragung.

Barrieren im Kabel-TV

Wer glaubt, es sei problemlos möglich, jeden beliebigen DVB-C Receiver betreiben zu können, muss leider enttäuscht werden. Welche Geräte genutzt werden dürfen, entscheiden einzig und allein die Kabelnetzbetreiber. Dabei gibt es i.d.R. eine sehr stark eingeschränkte „Receiverauswahl“, deren Endgeräte auf die Smartcards der jeweiligen Betreiber zertifiziert sind. DVB-C Module, die in modernen Fernsehgeräten verbaut sein können, sind somit wertlos. Der Zuschauer ist also gezwungen, ein Gerät zu nutzen, welches unter Umständen nicht seinen persönlichen Vorstellungen entspricht. Einen weiteren großen Nachteil stellt die Grundverschlüsselung von (eigentlich) frei empfangbaren privaten TV- und Radiosendern dar. Für Programme, wie z.B. RTL, SAT.1 oder ProSieben muss zusätzlich gezahlt werden. Die einzige Ausnahme bietet dabei Kabel BW. Hier sind die „digitalen Free-TV Sender“ auch wirklich frei empfangbar.

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