Montag, 20. November 2017 11:44:36

medienhb.Empfangstechnik

DVB-C

DVB-C - Digitales Fernsehen über Kabel (regionale Versorgung)

DVB-C (Digital Video Broadcasting - Cable)

Der Standard DVB-C definiert die digitale Verbreitung von Radio- und Fernsehsignalen über das Kabelnetz. Zum Empfang werden ein gebührenpflichtiger Kabelanschluss, der von einem Kabelnetzbetreiber bereitgestellt werden muss, sowie ein spezieller DVB-C-Receiver (Set-Top-Box) benötigt.

Wie funktioniert DVB-C?

Alle Fernsehsignale werden zunächst an von den Providern betriebene Kabelkopfstationen zugeführt. Dies geschieht via Satellit oder Glasfaserleitungen von den TV- bzw. Radiostationen. Die Kopfstationen bereiten die Signale im MPEG-2 Verfahren kabelgerecht auf, d.h. jedem Sender/jedem Programmbouquet wird eine Frequenz zugeordnet (Netzebene 2). Wenn die Aufbereitung erfolgt ist, werden alle Signale über die untererdigen Kabelleitungen an alle teilnehmenden Haushalte der jeweiligen Region zugeführt (Netzebene 3). In einem solchen Haushalt befinden sich i.d.R. im Keller ein Hausübergabepunkt (HÜP) und ein Hausanschlussverstärker, der alle Signale über eine in Baumstruktur angeordnete Kabelanlage im ganzen Haus verteilt (Netzebene 4). Bei DVB-C werden in Deutschland als Modulation die QAM-64 und QAM-256 verwendet. Letztere erlaubt die höchstmögliche Bandbreite der Signalübertragung.

Technische Details zu DVB-C

  • Modulationsart: 64-256 QAM
  • Übertragungskapazität je Kanal: 38 Mbit/s
  • Empfang durch BK-Netz-Anbindung
  • stationäre, regionale Versorgung
  • Rückkanal

Welche Kabelnetzbetreiber gibt es in Deutschland?

In Deutschland existieren drei große und mehrere kleine Kabelnetzbetreiber. Zu den großen zählen Kabel Deutschland, Unitymedia und Kabel BW. Bekannte kleinere Betreiber sind u.a. Primacom, TeleColumbus, NetCologne, KEVAG Telekom, wilhelm.tel und ewt Multimedia.

Kabel Deutschland

Kabel Deutschland ist der größte Anbieter für Kabelfernsehen in Deutschland. Das Unternehmen bietet analoges und digitales Fernsehen, Breitband-Internet sowie Telefonie über das TV-Kabel an. Kabel Deutschland ist in 13 Bundesländern vertreten und versorgt rund 8,9 Millionen angeschlossene Haushalte.

Unitymedia

Unitymedia ist mit rund 4,7 Millionen Haushalten einer der führenden Kabelnetzbetreiber in Deutschland. In Nordrhein-Westfalen und Hessen betreibt Unitymedia ein zusammenhängendes Kabelnetz zur Verbreitung digitaler und analoger Fernseh- und Hörfunkprogramme. Darüber versorgt Unitymedia angeschlossene Haushalte mit Internet-Zugang und Telefonie. Das Unternehmen ging 2007 aus dem Zusammenschluss der regionalen Kabelnetzbetreiber iesy, ish und Tele Columbus West GmbH hervor.

Kabel BW

Kabel BW ist ein Kabelnetzbetreiber in Baden-Württemberg und mit 2,3 Millionen Kunden einer der größten Kabelnetzbetreiber Europas. Kabel BW-Kunden werden mit bis zu 400 TV-Programmen (analog und digital), darunter auch HDTV-Programme, sowie 150 Radio-Kanäle versorgt.

Tele Columbus

Tele Columbus ist ein Kabelnetzbetreiber in Deutschland und versorgt rund 2,3 Millionen angeschlossenen Haushalte in verschiedenen Städten und Regionen bundesweit. Neben analogen und digitalen Fernsehangeboten versorgt der Kabelnetzbetreiber seine Kunden auch mit einem Angebot an HDTV-Programmen, und bietet zusätzlich Internet und Telefonie per TV-Kabel an.

PrimaCom

PrimaCom ist seit 1998 als Kabelnetzbetreiber aktiv und verfügt über ein leistungsfähiges Breitbandnetz zu rund einer Million angeschlossenen Haushalten in Deutschland. Das Unternehmen bietet seinen Kunden analoge und digitale Fernsehprogramme sowie den Internet-Zugang und Telefonanschluss über das Breitbandkabel. Als nationaler Anbieter mit regionalem Fokus ist PrimaCom im gesamten Kerngebiet Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern sowie auch in zahlreichen westdeutschen Schwerpunktregionen präsent.

Welche Programme bietet DVB-C?

Das Programmangebot hängt vom jeweiligen Kabelnetzbetreiber ab. Es sind auf jeden Fall alle öffentlich-rechtlichen TV- und Radioprogramme Deutschlands frei empfangbar. Privatsender sind nur gegen eine Zusatzgebühr zu empfangen. Gleiches gilt für Pay-TV Abonnements (z.B. Sky oder Programmpakete der Kabelnetzbetreiber).

Barrieren im Kabel-TV

Wer glaubt, es sei problemlos möglich, jeden beliebigen DVB-C Receiver betreiben zu können, muss leider enttäuscht werden. Welche Geräte genutzt werden dürfen, entscheiden einzig und allein die Kabelnetzbetreiber. Dabei gibt es i.d.R. eine sehr stark eingeschränkte „Receiverauswahl“, deren Endgeräte auf die Smartcards der jeweiligen Betreiber zertifiziert sind. DVB-C Module, die in modernen Fernsehgeräten verbaut sein können, sind somit wertlos. Der Zuschauer ist also gezwungen, ein Gerät zu nutzen, welches unter Umständen nicht seinen persönlichen Vorstellungen entspricht. Einen weiteren großen Nachteil stellt die Grundverschlüsselung von (eigentlich) frei empfangbaren privaten TV- und Radiosendern dar. Für Programme, wie z.B. RTL, SAT.1 oder ProSieben muss zusätzlich gezahlt werden. Die einzige Ausnahme bietet dabei Kabel BW. Hier sind die „digitalen Free-TV Sender“ auch wirklich frei empfangbar.

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