Samstag, 23. September 2017 21:48:25

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Kabelfernsehen

Beim Kabelfernsehen erfolgt der Empfang der Fernseh- und Hörfunksignale (analog und digital) über regionale Verteilstellen durch den jeweiligen Kabelnetzbetreiber. Die Zuführung der Sendesignale von der Sendeanstalt an die Kabelnetzbetreiber wird dabei per Satellitenstrecke oder Lichtwellenleiterübertragung an die Kabelkopfstationen realisiert, von denen aus die verschiedenen Haushalte per Kabel versorgt werden.

Mit dem Kabelnetz verfügt Deutschland über eine Infrastruktur, die es ermöglicht Rundfunksignale und anderen großen Datenmengen zu übertragen. Der Aufbau des Netzes geht auf das Jahr 1982 zurück, als die damalige Post damit begann, die Bundesrepublik annähernd flächendeckend mit dem so genannten Breitbandkabe zu versorgen.

Vorteile

  • Sehr gute Bild- und Tonqualität
  • Hohe Anzahl digitaler, frei empfangbarer TV- und Radioprogramme
  • PayTV-Kanäle
  • HDTV-Programme
  • Seltene Programmstörungen
  • Möglichkeit von Triple-Play-Angeboten: Fernsehen, Telefonie und Internet über das Kabel

Nachteile

  • Kabelanschluss notwendig
  • Anschaffung eines DVB-C-Receivers oder Fernsehgerätes mit integriertem DVB-C-Tuner
  • Monatliche Anschlussgebühr

Wie funktioniert der Empfang per Kabelfernsehen?

Besonders beliebt ist der Empfang per Kabelfernsehen bei Vermietern und Hausverwaltungen, da hier - beim analogen Kabel - nur noch das Fernsehgerät des Mieters an die bestehende Antennendose in der Wand angeschlossen werden muss.

Wie kann man auf digitales Kabelfernsehen umrüsten?

Zum Umstieg auf das digitale Kabelfernsehen, kurz DVB-C (Digital Video Broadcasting–Cable), kann ein bestehender Kabelanschluss durch die Anschaffung eines digitalen Emfangsteils aufgerüstet werden. Ein separater DVB-C-Receiver oder ein integrierter DVB-C-Tuner im Fernsehgerät sind hierzu erforderlich. Die bisherige Kabelverbindung zwischen Antennendose/Breitbandsteckdose und DVB-C-Empfangsgerät ist ausreichend.
Werden mehrere TV-Geräte betrieben, so ist für jedes Fernsehgeräte ein eigener DVB-C-Receiver notwendig.

Welche Programme bietet das digitale Kabelfernsehen?

Das Programmangebot hängt vom jeweiligen Kabelnetzbetreiber ab. Es sind auf jeden Fall alle öffentlich-rechtlichen TV- und Radioprogramme Deutschlands frei empfangbar. Privatsender sind nur gegen eine Zusatzgebühr zu empfangen. Gleiches gilt für Pay-TV Abonnements (z.B. Sky oder Programmpakete der Kabelnetzbetreiber).

Wie lange ist analoges Kabelfernsehen noch verfügbar?

Anders als beim Satellitenempfang, der Ende April 2012 endet, gibt es beim Kabelfernsehen aktuell noch keinen absoluten Abschaltungstermin, da ein großer Teil der Kabelkunden noch das analoge Signal nutzen. Mit der fortschreitenden Digitalisierung kann es allerdings sein, dass die Anzahl der empfangbaren analogen Programme aber zunehmend sinkt. Ein Umstieg auf digitales Kabelfernsehen ist daher ratsam.

Was versteht man unter Reanalogisierung?

Bei der Reanalogisierung werden Fernsehprogramme die nur noch ausschließlich digital von der Sendeanstalt (bspw. via Satellit) verbreitet werden, durch den Kabelnetzbetreiber - parallel zur Digitaleinspeisung - zusätzlich in ein analoges Fernsehsignal gewandelt und eingespeist. Grund für die Reanalogisierung ist die noch immer große Nutzung von analogen Kabelhaushalten.

Wer bestimmt welche Programme ins Kabelnetz eingespeist werden?

Den Betrieb und die Kanalbelegung von Programmen in Kabelnetzen genehmigen in Deutschland die Landesmedienanstalten.


Netzebenen (NE)

Das Kabelnetz wird in Deutschland in vier so genannte Netzebenen untergliedert. Der Teilnehmerbereich, also die letzendliche Verkabelung von der Breitbanddose bis zum Empfangsgerät wird inoffiziell als Netzebene 5 bezeichnet. Durch die Definition von Netzebenen für das Kabelfernsehen kann eine Abgrenzung zur Gemeinschaftsantennenanlage vorgenommen werden.

Bevor Fernseh- und Hörfunksignale den Zuschauer erreichen, werden sie zunächst den Kopfstationen der Kabelnetzbetreiber zugeführt. Dies geschieht via Satellitenverteilung, Glasfaserleitungen oder per Richtfunk von den TV- und Radiostationen. Die Kopfstationen bereiten die empfangenen Signale dann kabelgerecht auf und speisen diese per Programmbouquet (Bündelung mehrerer Digitalprogramme) in das regionale Kabelnetz ein. Die Programme werden dabei über unterirdischen Kabelleitungen an alle teilnehmenden Haushalte der jeweiligen Region weitergeführt. In den Haushalt befindet sich i.d.R. im Keller ein Hausübergabepunkt (HÜP) und ein Hausanschlussverstärker, der alle Signale über eine in Baumstruktur angeordnete Kabelanlage im ganzen Haus verteilt.


Kabelnetzbetreiber in Deutschland


© medienhb.de

Kabelnetzbetreiber sind Unternehmen, die ein Breitbandkabelnetz, (kurz: BK), zur Verteilung von Fernseh- und Hörfunkprogrammen betreiben. Angesichts der Technikkonvergenz treten Kabelnetzbetreiber zunehmend auch als Anbieter sogenannter Triple-Play-Angeboten auf. Der Betreiber ermöglicht dabei drei gebündelte Dienste in einem Angebot: Audiovisuelle Unterhaltung (Fernsehen, Video-on-Demand), (IP-)Telefonie und Internet.

In Deutschland gibt es neben den größten Kabelnetzbetreibern Kabel Deutschland, Unitymedia, Kabel BW, TeleColumbus und Primacom auch kleinere Betreiber, die über ihre eigenen Netze unterschiedliche Dienste anbieten. Dazu gehören beispielsweise NetCologne, KEVAG Telekom, wilhelm.tel, willy.tek und ewt Multimedia.

Kabel Deutschland

Kabel Deutschland ist der größte Anbieter für Kabelfernsehen in Deutschland. Das Unternehmen bietet analoges und digitales Fernsehen, Breitband-Internet sowie Telefonie über das TV-Kabel an. Kabel Deutschland ist in 13 Bundesländern vertreten und versorgt rund 8,9 Millionen angeschlossene Haushalte. Zur Website von Kabel Deutschland...

Unitymedia

Unitymedia ist mit rund 4,7 Millionen Haushalten einer der führenden Kabelnetzbetreiber in Deutschland. In Nordrhein-Westfalen und Hessen betreibt Unitymedia ein zusammenhängendes Kabelnetz zur Verbreitung digitaler und analoger Fernseh- und Hörfunkprogramme. Darüber versorgt Unitymedia angeschlossene Haushalte mit Internet-Zugang und Telefonie. Das Unternehmen ging 2007 aus dem Zusammenschluss der regionalen Kabelnetzbetreiber iesy, ish und Tele Columbus West GmbH hervor. Zur Website von Unitymedia...

Kabel BW

Kabel BW ist ein Kabelnetzbetreiber in Baden-Württemberg und mit 2,3 Millionen Kunden einer der größten Kabelnetzbetreiber Europas. Kabel BW-Kunden werden mit bis zu 400 TV-Programmen (analog und digital), darunter auch HDTV-Programme, sowie 150 Radio-Kanäle versorgt. Zur Website von Kabel BW...

Tele Columbus

Tele Columbus ist ein Kabelnetzbetreiber in Deutschland und versorgt rund 2,3 Millionen angeschlossenen Haushalte in verschiedenen Städten und Regionen bundesweit. Neben analogen und digitalen Fernsehangeboten versorgt der Kabelnetzbetreiber seine Kunden auch mit einem Angebot an HDTV-Programmen, und bietet zusätzlich Internet und Telefonie per TV-Kabel an. Zur Website von Tele Columbus...

PrimaCom

PrimaCom ist seit 1998 als Kabelnetzbetreiber aktiv und verfügt über ein leistungsfähiges Breitbandnetz zu rund einer Million angeschlossenen Haushalten in Deutschland. Das Unternehmen bietet seinen Kunden analoge und digitale Fernsehprogramme sowie den Internet-Zugang und Telefonanschluss über das Breitbandkabel. Als nationaler Anbieter mit regionalem Fokus ist PrimaCom im gesamten Kerngebiet Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern sowie auch in zahlreichen westdeutschen Schwerpunktregionen präsent. Zur Website von PrimaCom...

Barrieren im Kabel-TV

Wer glaubt, es sei problemlos möglich, jeden beliebigen DVB-C Receiver betreiben zu können, muss leider enttäuscht werden. Welche Geräte genutzt werden dürfen, entscheiden einzig und allein die Kabelnetzbetreiber. Dabei gibt es i.d.R. eine sehr stark eingeschränkte „Receiverauswahl“, deren Endgeräte auf die Smartcards der jeweiligen Betreiber zertifiziert sind. DVB-C Module, die in modernen Fernsehgeräten verbaut sein können, sind somit wertlos. Der Zuschauer ist also gezwungen, ein Gerät zu nutzen, welches unter Umständen nicht seinen persönlichen Vorstellungen entspricht. Einen weiteren großen Nachteil stellt die Grundverschlüsselung von (eigentlich) frei empfangbaren privaten TV- und Radiosendern dar. Für Programme, wie z.B. RTL, SAT.1 oder ProSieben muss zusätzlich gezahlt werden. Die einzige Ausnahme bietet dabei Kabel BW. Hier sind die „digitalen Free-TV Sender“ auch wirklich frei empfangbar.



DVB-C

DVB-C (Digital Video Broadcasting - Cable)

Der Standard DVB-C definiert die digitale Verbreitung von Radio- und Fernsehsignalen über das Kabelnetz. Zum Empfang werden ein gebührenpflichtiger Kabelanschluss, der von einem Kabelnetzbetreiber bereitgestellt werden muss, sowie ein spezieller DVB-C-Receiver (Set-Top-Box) benötigt.

Technische Details zu DVB-C

  • Modulationsart: 64-256 QAM
  • Signalkodierung: MPEG-2
  • Übertragungskapazität je Kanal: 38 Mbit/s
  • Empfang durch BK-Netz-Anbindung
  • stationäre, regionale Versorgung
  • Rückkanal

DVB-C2

DVB-C2

Der DVB-C2-Standard ist der Nachfolgestandard von DVB-C. Die Spezifikation zum DVB-C2-Standard wurde im April 2010 durch das Europäische Institut für Telekommunikationsnormen (ETSI) veröffentlicht. Mit der Einführung entsprechender Empfangsgeräte ist voraussichtlich Mitte 2011 zu rechnen.


Quellenverweis:
Kabel Deutschland, Unitymedia, Kabel BW

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