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Betty

Betty-Logo Betty TV stellte ein weiteres interaktives Angebot für den Zuschauer dar. Nachfolgend erhalten Sie einen Überblick über die Entstehung und Funktionsweise von Betty TV bzw. der Betty TV-Fernbedienung. Das ursprünglich in der Schweiz gestartete Angebot wurde ab dem 1. Februar 2007 in auch Deutschland angeboten. Dabei konnte Betty entgegen anderer Anwendungen ohne Set-Top-Box sowohl bei analogem als auch bei digitalem Fernsehempfang genutzt werden. Zum 30. November 2007, 23:00 Uhr, wurde Betty eingestellt.

Idee und Unternehmen

Der Physiker Matthias Zahn entwickelte die Idee zu Betty, nachdem er zuvor bereits innovative Produkten der Bereiche Software Security, Video Editing und Personal Video Recorder in seiner selbst gegründeten FAST Firmengruppe herausbrachte. Nach dreijähriger Forschungsarbeit entwickelte er die Betty-Idee zur Serienreife und gründete im Jahr 2003 die Betty TV GmbH mit Sitz in München, welche dann im Jahr 2004 unter der Bezeichnung Betty TV AG firmierte. Zuletzt war das Unternehmen Teil der Betty Holding AG, die im September 2006 von der Berner Swisscom Fixnet AG, übernommen wurde. Mit dem Engagement sicherte sich das Schweizer Telekommunikationsunternehmen 100 Prozent der Stimmrechte an der Betty Holding AG. Zuletzt war die Betty TV (Deutschland) AG für alle Aktivitäten in Deutschland zuständig.


Funktionsweise und Zubehör

Die über eine Kodierung im nicht-sichtbaren Bereich des Fernsehbildes (Austastlücke), ausgelesenen Informationen wurden an die Betty-Fernbedienung gesendet. Als Rückkanal fungierte ein Mini-Funkmodem für das Telefon über die Telefonbuchse mittels DECT-Technologie. Die Datenübertragung erfolgte dann über eine kostenfreie 0800-Nummer. Der hier rechts abgebildete Betty-Telefonadapter übermittelte z.B. Daten und Sofameilen an die Betty-Zentrale.

Der Betty SCART-Adapter, der an den SCART-Anschluss des Fernsehers angeschlossen war, empfing Betty-Events abhängig vom TV-Sender, der im jeweiligen Moment gesehen wurde und übermittele diese an die Betty-Fernbedienung. Neben kostenlosen Betty-Events gab es auch kostenpflichtige Events und Betty Werbe-Events. Es konnten Punkte für einzigartige Betty Superpreise, Sofameilen und ab dem 23. April 2007 auch Lose für das Betty Millionenspiel gesammelt werden.

Der dazu eingesetzte Betty IP-Adapter übertrug analog zum Telefonadapter Daten über eine DSL-Internetverbindung an die Betty-Zentrale. Er konnte an Wi-Fi (Wireless) - ADSL Router, ADSL Router oder Kabelmodems angeschlossen werden. Das Betty-TV-Programm bestand aus einer Vielzahl von Angeboten, den sogenannten „Betty-Events“, die exklusiv für Betty-Kunden produziert wurden. Während des Sendebetriebs von Betty TV gab der Dienst tvtv.de Betty-Sendungen bekannt.

Betty-Events wurden auf mehreren Betty-Sendern, zumeist täglich in der Zeit zwischen 12:00 Uhr und 23:00 Uhr parallel zum laufenden Fernsehprogramm ausgestrahlt. Ein Betty-Sender war anhand des Betty-Sendersymbols auf dem Betty-Display zu erkennen. Durch die Teilnahme an den Betty-Events konnten bettyeigene Sofameilen gewonnen werden, die wie eine „Währung“ später in wertvolle Prämien getauscht werden konnten. Im Internet und per Betty-Fernbedieung konnte der Punktestand ermittelt werden.

Feldtest | Projekt „Betty“

Vor der Markteinführung erprobten die Betty-Partner, ProSiebenSat.1 Media AG und deren Tochterunternehmen SevenOne Intermedia und SevenOne Media, die Betty Mitmach TV GmbH und die Agenturgruppe Serviceplan, die weltweit neuartige „Betty-Technologie“ in einem Feldtest. Unter Einbeziehung der Sender ProSieben, Sat.1, kabel eins und N24 wurde vom 4. September 2004 bis Ende Oktober 2004 ein neues Konzept für interaktives Fernsehen in Zusammenarbeit mit NEXXUS/Infratest gestestet. Für den Feldtest wurde Betty von 1.000 Personen in deutschsprachigen Privathaushalten bundesweit getestet. Jeder Testhaushalt verfügte über bis zu drei Betty-Geräte. Anhand der darin ermittelten Ergebnisse und Befragungsauswertungen wurde festgestellt, wann und in welcher Form ein Marktstart für alle Beteiligten möglich scheint.

Anwendungen

Programmliche Anwendungen: Betty unterstützte den Mitmach-Charakter von Sendungen durch die Möglichkeit einer Teilnahme in Echtzeit. Ohne Medienbruch, hatte der Zuschauer die Möglichkeit bei Gewinnspielen, Abstimmungen oder Quiz- und Ratesendungen teilzunehmen. Außerdem konnten via Betty Zusatzinformationen zum TV-Format abgerufen werden, wie dies bisher über Teletext, Faxabruf oder Mobile möglich war. Ein weiteres Feature war das Sammeln und Speichern von virtuellen Rabattmarken, das sogenannte „Couponing“, welches über eine SmartCard und IBM-Technologie ermöglicht wurde.

Werbliche Anwendungen: Diese reichten von „Sampling“, also dem Anfordern von Zusatzinformationen oder Produktproben über das „Targeting“, also die gezielte, an den jeweiligen Bedürfnissen des Konsumenten orientierte Kundenansprache bis hin zum „Shopping“, der direkten Bestelloption von Waren und Produkten

Für die Bereiche Marktforschung und Research bot die Betty-Fernbedienung abwechs- lungsreiche Anwendungsmöglichkeiten. So war es in der Programmforschung möglich, dass die Zuschauer mit Betty beispielsweise ihre Meinung zu bestimmten Themen und Inhalten abgeben konnten. Auch qualitative Werbeforschung war mit Betty möglich.

Kostenpflichtige Angebote wurden direkt über das in Betty integrierte PrePaid-Guthaben bezahlt. Aufladen konnte der Zuschauer sein Betty-Konto ganz einfach via Telefonrechnung, Bankeinzug oder Kreditkarte. Daneben gab es auch zahlreiche kostenfreie Anwendungen. Alle Mehrwertdienste wurden über einen drahtlosen Rückkanal zur Telefonbuchse gewährleistet.


Betty-Sender

Wie bereits bemerkt, fanden die Angebote auf Betty-Sendern statt. Nachfolgend erhalten Sie in einer Auswahl eine kurze Übersicht von Sendungen, die Betty-Inhalte als Bestandteil hatten.

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