Samstag, 23. September 2017 21:49:14

medienhb.Empfangstechnik

DVB

Digital Video Broadcasting (DVB)

DVB ist die Bezeichnung für ein standardisiertes technisches Verfahren zur Übertragung von digitalen Inhalten des Rundfunks. Dazu gehören Fernsehsignale mit Mono- oder Stereoton, Mehrkanalton oder Surround Sound, und digitale Radiosignale. Darüber hinaus lassen sich zusätzliche interaktive Dienste wie bspw. MHP, der elektronische Programmführer EPG und der Teletext sowie weitere Zusatzdienste verbreiten. Digitales Fernsehen gibt es in Standard-Aulösung (SDTV) und als hoch auflösendes Fernsehen (HDTV). Bei der Übertragung der digitalen Fernsehsignale unterscheidet man in verschiedene DVB-Standards.

Der DVB-Transportstrom zeichnet sich durch Zeitmultiplex, hohe Zuverlässigkeit und variable, konfigurierbare Bandbreite aus. Durch Datenkompression (MPEG-2 und für HDTV vor allem H.264) können im Vergleich zur analogen Fernsehübertragung mehr Programme pro Sendekanal übertragen werden. Je höher die Daten dabei komprimiert werden, desto mehr Programme können gleichzeitig auf einem Transponder/Kanal übermittelt werden – allerdings auf Kosten sinkender Qualität bzw. steigenden Rechenaufwands.

DVB-Standards

Die folgenden Standards aus der DVB-Familie unterscheiden sich nach Übertragungswegen, verwendeter Kompressions-, Modulations- und Fehlerkorrekturverfahren sowie der Nutzung unterschiedlicher Frequenzbereiche und Empfangssysteme.

  • DVB-S (Digital Video Broadcasting - Satellite),
    dient der Übertragung über direkt empfangbare Satelliten. Der Nachfolgestandard ist DVB-S2.

  • DVB-C (Digital Video Broadcasting - Cable),
    dient der Übertragung über Kabelnetze. Der Nachfolgestandard ist DVB-C2.

  • DVB-T (Digital Video Broadcasting - Terrestrial),
    dient der Übertragung durch terrestrische Sendenetze. Der Nachfolgestandard ist DVB-T2.

  • DVB-H (Digital Video Broadcasting - Handheld),
    dient der Übertragung durch terrestrische Sendenetze auf mobile Endgeräte (Handy).

  • DVB-IPI (Digital Video Broadcasting - Internet Protocol Infrastructure),
    dient der Übertragung durch IP-basierte Netze, wie das Internet.

  • DVB-SH (Digital Video Broadcasting - Satellite Services to Handheld Devices),
    dient der Übertragung über direkt empfangbare Satelliten auf mobile Endgeräte.

DVB-Spezifikationen

  • DVB-SI (Digital Video Broadcasting - Service Information),
    dient der Übertragung von Zusatzdaten im DVB-Transportstrom, der so genannten PSI/SI-Tabellen.

  • DVB-CA (Digital Video Broadcasting - Conditional Access),
    dient der senderseitigen Verschlüsselung und empfängerseitigen Entschlüsselung von Bezahlfernsehinhalten (Pay-TV).

  • DVB-CI (Digital Video Broadcasting - Common Interface),
    ist eine Schnittstelle an digitalen Empfangsgeräten, die zum Einschub einer SmartCard benötigt wird, um verschlüsselt übertragene Signale freizuschalten. Ein verbesserter Nachfolger ist CI plus.

Videos