Samstag, 18. November 2017 06:40:04

medienhb.Empfangstechnik

Heutzutage ist der Empfang von Hörfunk und Fernsehen auf unterschiedlichsten Wegen möglich. Neben den seit Jahrzehnten existierenden klassischen Verbreitungswegen über Satellit, Kabel oder Terrestrik, drängen auch neuere Verbreitungs- und Empfangsmöglichkeiten zunehmend auf den Markt - und ermöglichen u.a. mobiles Fernsehen auf dem Laptop oder Handy sowie TV über das Internet. Aber auch umgekehrt ist dies zukünftig möglich: Hybrid-TV verbindet webbasierte Anwendungen und die Interaktivität von morgen, mit dem klassischen Fernsehen von heute.

Im Folgenden finden Sie Übertragungswege, Informationen und interessante Videos zu den Themen DVB, DAB, HDTV, Hybrid-TV und vieles mehr.


Grundlagen

Analoges Fernsehen

Bei der herkömmlichen Fernsehübertragung erfolgt die Verbreitung in analoger Form. Das heißt, Bild- und Tonsignale werden in elektronische Spannung umgewandelt und einem Trägersignal aufmoduliert. Da ein analoges Signal in seinen Spannungswerten unendlich viele Zustände annehmen kann, ist es gegenüber dem Digitalfernsehen sehr viel störanfälliger. Darüber hinaus werden für die analoge Ausstrahlung hohe Übertragungsbandbreiten benötigt.

Digitales Fernsehen

Bei der heutigen Fernsehübertragung erfolgt die Verbreitung in digitaler Form. Das heißt, Bild- und Tonsignale werden in digitale Datenwörter umgewandelt und einem Trägersignal aufmoduliert. Anders als in der analogen Übertragung, können diese Daten nur die Zustände 0 und 1 annehmen. Für die Übertragung digitaler Fernsehsignale wird der DVB-Standard eingesetzt.

Empfangswege

Satellitenfernsehen

Beim Satelliten-Direktempfang erfolgt der Empfang der Fernsehsignale (analog oder digital) mit Hilfe einer Parabolantenne, die auf eine Satellitenposition im Erdorbit (bspw. 19,2° Ost) ausgerichtet ist. Die Übertragung der Bild- und Tonsignale erfolgt im Gigahertz-Bereich. Zwischen dem Satelliten und dem auf der Erde stehenden Empfänger muss eine direkte Sichtverbindung bestehen. Hindernisse in der Übertragungsstrecke können den Empfang beeinflussen. Die Verbreitung analoger Fernsehsignale via Satellit endet zum 30. April 2012.

Kabelfernsehen

Beim Kabelfernsehen erfolgt der Empfang der Fernsehsignale (analog oder digital) über eine zentrale Verteilung, durch den Kabelnetzbetreiber, an die jeweiligen Haushalte. Die Zuführung der Signale zum Kabelnetzbetreiber erfolgt entweder per Satellitenempfang oder Lichtwellenleiterübertragung an die so genannten Kopfstationen, von denen aus die verschiedenen Fernsehhaushalte per Kabel versorgt werden.

  • Kabelnetzbetreiber in Deutschland
  • Netzebenen
  • DVB-C
  • DVB-C2

Terrestrisches Fernsehen

Beim so genannten Antennenfernsehen erfolgt der Empfang (seit 2008 ausschließlich digital) mit Hilfe einer Zimmer- oder Dachantenne. Der mobile Empfang, bspw. per DVB-T-Stick am Laptop oder mobil im Auto ist ebenfalls möglich. Die Verteilung der Bild- und Tonsignale erfolgt über einen ortsnahen Fernsehturm. Die Zuführung der Signale an die Sendestation heran, erfolgt entweder per Satellitenempfang oder Lichtwellenleiterübertragung.

  • DVB-T
  • DVB-T mit VISEO+ („Premium-DVB-T“)
  • DVB-T2

IPTV

Bei IPTV (Internet Protocol Television) erfolgt der Empfang der Fernsehsignale (digital) über das Internet. Je nach gewünschter Bildqualität und Inhalte ist eine mehr oder weniger hohe Übertragungsbandbreite für den Anschluss zum Zuschauer notwendig. Bei SDTV-Programmen werden etwa 2 bis 6 MBit/s, bei HDTV-Programmen etwa 6 bis 18 MBit/s übertragen.

Mobiles Fernsehen

Beim Mobilen Fernsehen erfolgt der Empfang der Fernsehsignale (digital) auf mobilen Endgeräten, wie bspw. Mobiltelefonen (Handys). Wie auch beim terrestrische Fernsehen, erfolgt die Verteilung der Bild- und Tonsignale über eine ortsnahe Sendestation.

Bildformate

4:3

4:3 ist ein Bildformat in der Fernseh- und Videotechnik. Dabei wird die Bildbreite im Verhältnis zur Bildhöhe definiert (4 Bildeinheiten breit, 3 Einheiten hoch). Das exakte Seitenverhältnis beträgt hierbei 1,33:1. 4:3 ist das traditionelle Bildseitenverhältnis für der PAL-, NTSC- und SECAM-Fernsehnormen.

16:9

16:9 ist ein Bildformat in der Fernseh- und Videotechnik. Dabei wird die Bildbreite im Verhältnis zur Bildhöhe definiert (16 Bildeinheiten breit, 9 Einheiten hoch). Das exakte Seitenverhältnis beträgt hierbei 1,78:1.

Fernsehnormen

SDTV

SDTV (Standard Definition Television) beschreibt Fernsehnormen mit dem Auflösungsverhältnis 720 x 576 Pixel für PAL und SECAM sowie mit dem Auflösungsverhältnis 720 x 480 Pixel für NTSC.

HDTV

HDTV (High Definition Television) steht für „hochauflösendes Fernsehen“. Hierbei handelt es sich um eine Fernsehnorm mit höherer vertikaler und horizontaler Auflösung als beim klassischen SDTV.

Interaktivsysteme

Hybrid-TV

Als hybride Empfangsgeräte werden Fernsehgeräte oder Set-Top-Boxen bezeichnet, die über entsprechende Schnittstellen und der Möglichkeit zur Wiedergabe von Broadcast-Signalen, also dem klassischen Fernsehsignal, und der Darstellung von HTML-basierten Anwendungen und Diensten verfügen.

MHP

MHP (Multimedia Home Platform) ist eine standardisierte DVB-Spezifikation auf Grundlage der Java-Technologie, die es unabhängig der verwendeten Hardware erlaubt, Programme und Anwendungen einheitlich darzustellen. MHP versteht sich somit als genormte Schnittstelle (API = Application Programming Interface).

Betty

Betty TV stellte ein weiteres interaktives Angebot für den Zuschauer dar. Das ursprünglich in der Schweiz gestartete Angebot wurde ab dem 1. Februar 2007 in auch Deutschland angeboten. Dabei konnte Betty entgegen anderer Anwendungen ohne Set-Top-Box sowohl bei analogem als auch bei digitalem Fernsehempfang genutzt werden. Zum 30. November 2007, 23:00 Uhr, wurde Betty eingestellt.

Mobile Interaktivsysteme

BLUCOM


BLUCOM ist eine Entwicklung der ASTRA-Tochter APS, dass die Interaktion zwischen Zuschauer und Programmveranstalter ermöglich. Das System basiert auf einer Java-Oberfläche die auf mobilen Endgeräten (Handys) die Nutzung von programmbegleitenden Zusatzdiensten gewährleistet. Darüber hinaus können TV- und Radiosignale sowie VoD-Abrufdienste (Video-On-Demand) mobil auf das Endgerät übertragen werden. Der Service wurde bereits eingestellt und wird nicht mehr angeboten.

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