Sonntag, 19. November 2017 07:00:31

medienhb.Broadcast-Technologie

Sendeablaufsteuerung

Die Sendeautomation ist ein computergestütztes System zur Steuerung von Ablaufprozessen in der Sendeabwicklung. Das System dient der Abarbeitung ständig wiederkehrender technischer Vorgänge, wie u.a. das Schalten der Quellensignale auf den Sendeausgang mittels Kreuzschienensystem oder Sendeablaufmischer, die Ansteuerung von Wiedergabe- und Aufzeichnungsgeräten sowie das Einfügen von Logos und Grafiken in Echtzeit. Seit Ende der 1990er Jahre bzw. Anfang der 2000er setzen nahezu alle TV-Anstalten auf entsprechende Sendeablaufsteuerungssysteme in ihren Sendeabwicklungen.
Bild: © medienhb.de

Einsatz von Sendeablaufsteuerungssystemen

Wozu dienen Playout-Automationssysteme?

Gegenüber dem früheren manuellen Betrieb, ähnlich wie dieser noch heute in den Produktions-Regien durchgeführt wird, realisieren Sendeablaufsteuerungssysteme eine zeitgenaue und vollautomatisierte Steuerung der Programmausspielung und On-Air-Schaltung von Sendeinhalten.

Sie bieten eine hohe Zugriffsgeschwindigkeit auf alle angebundenen Systemkomponenten die zur Realisierung eines stabilen 24/7-Sendebetriebs notwendig sind. Darüber hinaus gewährleisten sie auch in der Regel das Vornehmen von kurzfristigen Änderung im laufenden Programm - sodass der Austausch von Trailern, Werbespots oder Sendungen mitunter bis zu wenigen Sekunden vor Ausstrahlung möglich ist.

Bild: © medienhb.de

Welche Aufgaben erfüllen Playout-Automationssysteme?

  • Sie gewährleisten eine vollautomatische Steuerung der gesamten Programmausspielung und Signalschaltung
  • Sie gewährleisten das zeitgesteuerte Zusetzen von Logos und Grafiken
  • Sie gewährleisten die Ansteuerung von IT-/Broadcast-Geräten über serielle Schnittstellen oder Netzwerkanbindung
  • Sie arbeiten den/die Sendeablauf/Sendeabläufe in Form von Playlisten frame-genau ab
  • Sie ermöglichen zu jeder Zeit den manuellen Eingriff durch das Sendepersonal
  • Sie erstellen automatisch Sende-Ist- und Error-Log-Protokolle

Welche Vorteile bieten Playout-Automationssysteme?

  • Sie zeichnen sich zumeist durch eine hohe Stabilität und Zuverlässigkeit aus
  • Sie ermöglichen kurzfristige Änderungen im Sendeablaufplan - bis wenige Sekunden vor Ausstrahlung
  • Sie ermöglichen eine hohe Ausfallsicherheit durch einsetzbare Redundanz-Systeme (1:1-Backup)
  • Sie ermöglichen den optionalen Einsatz eines zusätzlichen LLR-Systems (Last Level of Redundancy)
  • Sie benötigen nur einen geringen Personalaufwand
  • Sie gewährleisten einen teils oder komplett unbemanten Sendebetrieb
  • Sie ermöglichen die dezentrale Überwachung und Steuerung per Remote-Client

Übersicht der Systemgruppen

„Multi-Device“-Playout-Systeme „In-a-Box“-Playout-Server

Aufgrund ihrer unterschiedlichen Struktureigenschaften können Systeme zur Steuerung von Playout-Prozessen in zwei Systemgruppen unterteilt werden. Zu diesen gehören einerseits teure und komplexe „Multi-Device“-Playout-Systeme, die die Steuerung mehrerer Geräte realisieren und den so genannten „In-a-Box“-Playout-Servern, die eine meist kostengünstigere Kompakt-Lösung in einem Einzelgerät darstellen.

Die Wahl des richtigen Playout-Systems richtet sich in erster Linie an technische Vorrausetzungen, Systemkompatibilität zu bestehenden oder geplanten Infrastrukturen und Erwartungen, die Bedienbarkeit und das Budget des Senders.

Videos zum Themenbereich