Freitag, 24. November 2017 03:40:35

Programmdirektion Das Erste - Dezentralen Fernsehprogrammplanung

Das Erste ist das Gemeinschaftsprogramm der in der ARD zusammengeschlossenen Landesrundfunkanstalten (BR, HR, MDR, NDR, Radio Bremen, RBB, SR, SWR und WDR). Diese verpflichten sich im Sinne des § 1 ARD-StV, sich an der Veranstaltung zu beteiligen. Der Umfang und die Dauer der jeweiligen Beteiligung wird nach § 2 ARD-StV durch die Landesrundfunkanstalten selbst vereinbart. Das Angebot des nationalen Vollprogramms setzt sich somit aus den Programmbeiträgen der zuarbeitenden Rundfunkanstalten zusammen. Das Gemeinschaftprogramm kann darüber hinaus auch durch Programmbeiträge der Gemeinschaftseinrichtung ergänzt werden, sofern dies als programmlich und wirtschaftlich zweckmäßig erscheint.

Beteiligungsverhältnis der ARD-Landesrundfunkanstalten am Gemeinschaftsprogramm Das Erste
- gültig vom 1.Januar 2007 bis mindestens 31.Dezember 2009 -

Landesrundfunkanstalt Beteiligung
Bayerischer Rundfunk (BR) 15,60 %
Hessischer Rundfunk (HR) 7,40 %
Mitteldeutscher Rundfunk (MDR) 11,05 %
Norddeutscher Rundfunk (NDR) 17,50 %
Radio Bremen (RB) 1,00 %
Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) 6,85 %
Saarländischer Rundfunk (SR) 1,30 %
Südwestrundfunk (SWR) 18,00 %
Westdeutscher Rundfunk (WDR) 21,30 %

Programmerarbeitung im Rahmen der Fernsehprogrammkonferenz

Zur gemeinschaftlichen Gestaltung des nationalen ARD-Vollprogramms erarbeitet der Programmdirektor im Sinne § 6 ARD-StV das Programm in Absprache mit den Intendanten oder den Beauftragten der Landesrundfunkanstalten in der Durchführung regelmäßiger Konferenzen. Kann der Vorsitzende der Fernsehprogrammkonferenz – der Programmdirektor des Ersten - keine Einigung mit den Rundfunkanstalten erzielen, so kann er nach Vereinbarung des § 2 ARD-StV den Anstalten bindende Auflagen stellen. Werden diese nicht erfüllt, so hat die sich wiedersetzende Rundfunkanstalt die Kosten für ein angemessenes Ersatzprogramm zu tragen.

Die Intendanten bzw. deren Beauftragte der Rundfunkanstalten unterbreiten dem Programmdirektor des Ersten Programmvorschläge auf Grundlage der eigenen Planung und Ideen – welche bei Billigung seitens der Fernsehprogrammkonferenz für Das Erste umgesetzt werden. Der Programmdirekter erarbeitet das Programm des Ersten in Absprache mit den ARD-Anstalten unter Beachtung der vereinbarten Beteiligungsverhältnisse (Tabelle oben). Wird durch die Fernsehprogrammkonferenz ein Vorschlag ablehnt, so hat dieses ARD-Mitglied für entsprechenden Ersatz aus diesem Bereich zu sorgen. Darüber hinaus kann auf Empfehlung des Vorsitzenden, die Konferenz beschließen, eine Anstalt mit der Herstellung bestimmter Sendungen zu beauftragen. Alle in das Gemeinschaftsprogramm eingebrachten Programmbeiträge haben dem Gesetz sowie den Programmrichtlinien der Satzung der jeweiligen Anstalt zu entsprechen.

Zur Gestaltung des Programms stehen dem Programmdirektor zusätzliche Koordinatoren zur Seite, die ihn in den jeweiligen Themenbereichen unterstützen. So u.a. in den Bereichen:

  • Politik
  • Auslandsfragen
  • Gesellschaft
  • Kultur
  • Sport
  • Unterhaltung
  • Familienprogramm
  • Fernsehfilme
  • Spielfilme
  • Filmförderungen
  • kirchliche Sendungen

Zusätzlich wird der Programmdirektor in Fragen der Beisteuerung von Programmbeiträgen durch Beauftragte für die ARD-Digitalkanäle und durch nebenamtliche Koordinatoren für die Programme 3sat und ARTE unterstürzt. Für gemeinschaftliche Herstellung von Serien im Haupt- und Vorabendprogramm des Ersten sind zusätzlichen Koordinatoren in den Gemeinschaftsredaktionen zuständig.

Beschlussverfahren in der Fernsehprogrammkonferenz

Durch die Abstimmung unter den Mitgliedern der Fernsehprogrammkonferenz werden Entscheidungen beschlossen.

  • Dabei hat jedes Mitglied eine Stimme.
  • Beschlossen wird mit einfacher Mehrheit.
  • Bei Stimmgleichheit ist die Stimme des Vorsitzenden entscheidend.

Programmabstimmung mit dem ZDF

Für den Fall einer Neustrukturierung im Programmschema des Ersten, ist im Vorfeld seitens der ARD-Verantwortlichen auf ein Einvernehmen mit dem Intendanten des Zweiten Deutschen Fernsehens hinzuwirken. Nach § 3 ARD-StV ist dabei besondere Rücksicht auf Nachrichtensendungen zu nehmen.

Regelung zur Gegendarstellung

Wird einer Gegendarstellung zu einer im Ersten Programm ausgestrahlten Sendung erwirkt, ist ausschließlich die Landesrundfunkanstalt verantwortlich, die die Sendung in das Gemeinschaftsprogramm eingebracht hat, so § 8 ARD-StV. Das für die jeweilige Landesrundfunkanstalt geltende Gegendarstellungsrecht ist seitens dieser anzuwenden. Eine Gegendarstellung hat in der jeweilig von der Landesrundfunkanstalt hergestellten Sendung im ARD-Gemeinschaftsprogramm zu erfolgen.

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