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ZDF | ZDF mit neuem virtuellen Nachrichtenstudio ab 17. Juli

17.06.2009 22:00 | ZDF (Zweites Deutsches Fernsehen)

Seit rund drei Jahren arbeitet man beim ZDF an seinem neuen Prestigeobjekt, dem virtuellen Nachrichtenstudio. Am 17. Juli geht es jetzt endlich los.

Das Gebäude
Auf dem ZDF Gelände wurde ein neues Gebäude errichtet, in dem die beiden Studios mit den dazugehörigen Regien, Geräte- und Nebenräumen eingerichtet wurden. Mit 690 Quadratmetern ist es fast doppelt so groß wie das bisherige Studio. Rund 30 Millionen Euro hat sich der Mainzer Sender den neuen Bau kosten lassen, an dem seit dem Jahr 2006 gearbeitet wird, und der mit rund einem Jahr Verspätung in Betrieb genommen wird.

Die bebaute Fläche, der \"Fußabdruck des Gebäudes\", beträgt inklusive Verbindungsgang zirka 2.650 Quadratmeter. Alle Haupt-Funktionen befinden sich im Erdgeschoss Die Räume im Ober- und Untergeschoss dienen der technischen Versorgung. Insgesamt steht eine Brutto-Grundfläche von zirka 3.445 Quadratmetern zur Verfügung. Im Süden liegen die Eingangshalle mit Empfang, Maske und Aufenthalt. In der Mittelzone sind seitlich die belichteten Arbeitsplätze wie Büros und Krisenredaktion angeordnet, im Inneren die Regie- und Technikräume. Die Studios nehmen den gesamten nördlichen Gebäudeteil ein.

Auf 1.030 Quadratmetern entstehen zwei einander zuschaltbare Studios, die für virtuelle Produktionen geplant sind. Das Studio 1 hat eine Fläche von ca. 28 mal 25 Metern. Mit seiner Raumhöhe von zirka 6,50 Metern soll es dem aktuellen und dem zukünftigen Bedarf gerecht werden. Mit insgesamt 670 Tonnen Stahl und 3.000 Kubikmeter Beton entsteht ein solider Bau, der alle akustischen Anforderungen erfüllt und eine geeignete neue Produktionsstätte für die Programme der Nachrichtenfamilie des ZDF bilden wird.

Das Studio
Das neue Studio wird fast ausschließlich mit virtuellen Kulissen bespielt. Einzig die Moderatoren und ein rund 11 Meter langer Schreibtisch, der künftig als Markenzeichen der Info-Sendungen fungieren soll, sind noch echt. Der Rest kommt aus dem Computer. Im neuen Studio, das aus technischen Gründen komplett in Grün gehalten ist, lassen sich beliebige Inhalte in den dreidimensionalen Raum projizieren. Künftig werden die Nachrichtensendungen des ZDF in den Farben Grau-Blau-Organge daherkommen. Wichtiger Bestandteil der Sendungen aus dem neuen Studio werden Hintergrundinformationen zu aktuellen Themen sein, die in so genannten \"Erklär-Räumen\" präsentiert werden sollen. Dazu bewegen sich die Moderatoren in eingespielten Infografiken und lebensgroßen Projektionen nachrichtlich relevanter Szenerien.

Die Technik
Durch die Verwendung von virtuellen Sets wird eine wesentlich effizientere Arbeitsorganisation für das Produzieren der genannten Nachrichtensendungen ermöglicht. Hierzu ist der neue ZDF Studiokomplex mit einer nahezu 360-Grad-chromakeyfähigen Greenbox und einem 3D-fähigen virtuellem Set-System von VizRT ausgestattet.

Insgesamt steht den beiden neuen ZDF Regien eine Studiofläche von über 1000 Quadratmetern zur Verfügung. Dem 680 Quadratmeter großen Nachrichtenstudio N1 wird die große Regie mit insgesamt 16 Arbeitsplätzen in zwei Ebenen zugeordnet, wobei es eine gläserne räumliche Trennung zwischen dem Ton- und Bildbereich gibt. Dem Nachrichtenstudio N2, mit 330 Quadratmetern Studiofläche wird die kleinere, die sogenannte „Kompakt Regie“ zugeordnet. Ein »cross over«-Betrieb für die Regien sorgt im Havariefall für einen einfachen und schnell verfügbaren Mechanismus, zur Übergabe der Steuerung aus dem anderen Bereich.

160 HD-SDI Eingänge hat das Multiviewingsystem über das die 70“ Rückprojektions-Displays in der Regie N1 und die 47“ LC-Displays in der Regie N2 mit Bildern versorgt werden. Über ein IP-basiertes KSC Controller-System lassen sich die Utah-Scientific und Lawo Kreuzscheinen, Tally-Informationen und die Modularserien der Hersteller Lynx, Axon und Network steuern.

Neben der Integration sämtlicher broadcasttechnischer Komponenten, übernahm MCI auch die Entwicklung einer Schnittstelle zwischen dem Redaktionssystem iNews und dem Alpermann & Velte Timersystem. Das neu programmierte Interface ermöglicht die Übernahem von Laufzeiten aus den Rundowns/Storys in die Uhren der Regie.

Ebenfalls hervorzuheben ist die Integration der KVM Matrix von BlackBox, die zurzeit eine der größten IP-basierte KVM Installationen Europas ist. Über dieses System lassen sich 169 Server und 70 User-Arbeitsplätze frei bedienen. So wird eine hohe Flexibilität und Service Freundlichkeit gewährleistet.

Die MCI Werkstätten entwarfen, fertigten und installierten sämtliche technischen Möbel wie Regiepulte, Monitorwände, Rollwagen und Sprechertische.

Quelle: ZDF / Studio Hamburg Consulting & Services / DWDL | Bild: ZDF

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