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50 Jahre Zweites Deutsches Fernsehen

31.05.2011 18:01 | ZDF (Zweites Deutsches Fernsehen)

ZDF Logo, Wand © medienhb.de Am 6. Juni 2011 vor genau 50 Jahren wurde die Geburtsurkunde des ZDF in Stuttgart unterzeichnet. Mit dem ZDF-Staatsvertrag hatten die Ministerpräsidenten der deutschen Bundesländer die Gründung des Zweiten Deutschen Fernsehens besiegelt und damit den Weg für ein zweites öffentlich-rechtliches Programmangebot neben dem der ARD bereitet.

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ZDF-Intendant Schächter sagte zum Jubiläum in Mainz: "Mit der Unterzeichnung des ZDF-Staatsvertrags haben die Ministerpräsidenten die Grundlage für ein beispielhaft lebendiges Rundfunksystem geschaffen. Der starke öffentlich-rechtliche Rundfunk in Deutschland bildet eine tragende und insofern unverzichtbare Säule in der multimedialen Medienlandschaft unserer Zeit. In keinem anderen Land der Welt gibt es eine vergleichbare Vielfalt und Qualität im Nebeneinander von öffentlich-rechtlichem und kommerziellem Rundfunk, von Zeitungen, Zeitschriften und Onlineangeboten."

Der Gründung des ZDF war ein längerer politischer Streit vorausgegangen. Als Ende der 50er Jahre eine zweite Fernsehfrequenz zur Verfügung gestellt wurde, gab es drei Interessenten für die Gestaltung dieses zweiten Programms. Der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer wollte den Sender in die Hand des Bundes legen, die Ministerpräsidenten wollten den neuen Sender für sich reklamieren, und auch die großen Tageszeitungsverlage wollten sich ein neues Standbein schaffen. Mit der Gründung der Fernsehfirma "Deutschland-Fernsehen-GmbH" schuf Adenauer umgehend Fakten. Die TV-Firma sollte das Programm ausstrahlen, an der Produktion ihres Programms wollte er aber die Zeitungsverleger beteiligen. Sie gründeten daher die "Freies Fernsehen GmbH", die sich in Eschborn bei Frankfurt ansiedelte und einen alten Bauernhof zum Fernsehstudio umbaute.

Die Pläne von Bundeskanzler Adenauer stießen allerdings bei den Ministerpräsidenten auf wenig Gegenliebe. Der politische Streit endete schließlich vor dem Bundesverfassungsgericht, das am 28. Februar 1961 den Ländern die alleinige Zuständigkeit für Organisations- und Programmfragen auf dem Gebiet des Rundfunks übertrug. Der Staatsvertrag über die Errichtung der Anstalt des öffentlichen Rechts "Zweites Deutsches Fernsehen" trat am 1. Dezember 1961 in Kraft, Sitz des Unternehmens war Mainz.

Am 12. März 1962 wählte der Fernsehrat Professor Dr. Karl Holzamer zum ersten Intendanten des ZDF, am 1. April 1963 gab Holzamer mit einer Fernsehansprache den Startschuss zur bundesweiten Ausstrahlung des ZDF-Fernsehprogramms, das aus behelfsmäßigen Studiobaracken in Eschborn gesendet wurde. 1964 erwarb das ZDF von der Stadt Mainz das Gelände für sein Sendezentrum auf dem Mainzer Lerchenberg, das 1974 in Betrieb genommen wurde.

Das ZDF entwickelte sich seither zu einem der größten und renommiertesten Sender Europas. Nach 50 Jahren ist im digitalen Zeitalter aus dem langjährigen Einkanalsender eine multimediale Programmfamilie geworden mit dem ZDF-Hauptprogramm, mit den Digitalkanälen ZDFneo, ZDFkultur und in Kürze ZDFinfo sowie mit dem programmergänzenden beziehungsweise -begleitenden Online-Angebot zdf.de.

Quelle: ZDF

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