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ZDF-Fernsehrat genehmigt geänderte Telemedienkonzepte / Intendant Schächter: Einschränkungen für die Nutzer

24.06.2010 22:00 | ZDF (Zweites Deutsches Fernsehen)

Der ZDF-Fernsehrat hat die nach seinen Vorgaben überarbeiteten Telemedienkonzepte von ZDF, 3sat und Phoenix in seiner heutigen Sitzung in Mainz genehmigt. Nach umfangreicher Prüfung und Abwägung stellte das pluralistisch zusammengesetzte Gremium fest, dass die Telemedienangebote die Voraussetzungen des Rundfunkstaatsvertrags erfüllen und vom öffentlich-rechtlichen Auftrag umfasst sind. Die Angebote, so erläutert der Fernsehratsvorsitzende Ruprecht Polenz, entsprechen den demokratischen, sozialen und kulturellen Bedürfnissen der Gesellschaft und leisten einen qualitativen Beitrag zum publizistischen Wettbewerb und zur Meinungsbildung. Polenz: "Der publizistische Wert dieser Angebote übersteigt bei weitem den von Kritikern befürchteten Einfluss auf den Markt." Der Aufwand für die Telemedien sei im Übrigen plausibel dargelegt worden, so dass keine Anzeichen für eine Überkompensierung zu erkennen seien.

Grundlage für die Entscheidungen des Fernsehrates waren die im Mai aktualisierten Fassungen der entsprechenden Telemedienkonzepte, die auf Empfehlung des Gremiums in wesentlichen Teilen geändert worden waren. Dazu gehörten vor allem detailliertere Beschreibungen zur Qualität der Angebote, des finanziellen Aufwands sowie konkretisierende Angaben zu Subdomains, Programmführern und Digitalkanälen. Auf Veränderungen hatte der Fernsehrat schließlich ebenfalls beim so genannten Verweildauerkonzept hingewirkt. Das aktuelle Konzept, das auch die Interessen der Produzenten berücksichtigt, enthält jetzt beispielsweise eine Begrenzung für Serien und Reihen ohne feststehendes Ende.

"Selten zuvor hat der ZDF-Fernsehrat Projekte des Fernsehsenders mit solch großem personellen, materiellen und zeitlichen Aufwand auf den Prüfstand gestellt", sagte Polenz vor Journalisten in Mainz. Für die Durchführung der Drei-Stufen-Tests hatte der Fernsehrat eigens eine Projektgruppe Telemedien eingerichtet, die ihn im Prüfverfahren unterstützte. Der Fernsehrat berücksichtigte bei seiner Prüfung der Telemedienkonzepte die Stellungnahmen Dritter und die Gutachten zu den marktlichen Auswirkungen der Angebote. Ferner berief er in Berlin eine zusätzliche, gesetzlich nicht vorgegebene Expertenkonsultation ein.

Für die in Auftrag gegebenen marktlichen Gutachten gab es zuvor eine europaweite Ausschreibung. Im Ergebnis seien die Gutachter zu dem Schluss gekommen, dass sich die Telemedien von ZDF, 3sat und Phoenix nur in geringem bis sehr geringem Ausmaß auf die untersuchten Märkte auswirkten, teilte Polenz mit. Bei einem Marktaustritt der ZDF-Onlineangebote würden werbefinanzierte Anbieter lediglich in einem Umfang von 0,4 Prozent des Marktes profitieren. Bei den 3sat-Onlineangeboten wären es 0,1 Prozent, bei den Phoenix-Onlineangeboten 0,01 Prozent.

Der Fernsehrat wird die weiteren marktlichen Entwicklungen beobachten und die Telemedienangebote von ZDF, 3sat und Phoenix mit Unterstützung der Projektgruppe Telemedien entsprechend evaluieren. Die aktualisierten Telemedienkonzepte, die Gutachten sowie die Beschlüsse des Fernsehrates werden im Internet auf der Seite des ZDF-Fernsehrates unter www.unternehmen.zdf.de veröffentlicht.


ZDF-Intendant Markus Schächter zum Drei-Stufen-Test für ZDF-Onlineangebote

ZDF-Intendant Markus Schächter hat das Ergebnis der Bestandsprüfung für die Telemedienkonzepte von ZDF, 3sat und Phoenix durch den ZDF-Fernsehrat begrüßt. In Mainz sagte er im Anschluss an die Sitzung des Gremiums: "Mit dem Abschluss des Drei-Stufen-Tests besteht jetzt eine belastbare Rechtsgrundlage und damit Planungssicherheit für die Online- und Teletextangebote des ZDF."

Schächter wies aber auch auf Einschränkungen für die Nutzer der Onlineangebote hin: "Die Festlegungen des 12. Rundfunkänderungs-Staatsvertrags und das Ergebnis des Drei-Stufen-Tests führen für die Nutzer zu erheblichen Einschränkungen. Anders als im Netz eigentlich üblich und normal, verschwinden viele ZDF-Angebote schon nach kurzer Zeit und können dort nicht mehr zur Recherche und Vertiefung abgerufen werden."

Sendungen zu Spitzensportereignissen wie der Fußball-WM müssen nach 24 Stunden aus dem Netz genommen werden. Internationale Kaufserien wie die beliebte britische Serie "Inspector Barnaby" dürfen grundsätzlich nicht zum Abruf bereitgestellt werden. Selbst Nachrichtensendungen sind nach einem Jahr nicht mehr zu finden. Schächter: "Den Interessen von Verlegern und kommerziellen TV-Sendern wurde damit sehr weitgehend Rechnung getragen. Zugleich hat die Prüfung ergeben, dass die Auswirkungen unserer Angebote auf die Geschäftsmodelle der kommerziellen Veranstalter marginal sind. Ich hoffe, dass damit der Dauerstreit über die Zulässigkeit öffentlich-rechtlicher Onlineangebote ein Ende hat."

Die Telemedienkonzepte für das ZDF, 3sat und Phoenix sind im Internet unter www.unternehmen.zdf.de veröffentlicht. Dort kann auch das Gutachten über die marktlichen Auswirkungen der Telemedienangebote eingesehen werden.

Pressekontakt: ZDF-Pressestelle
Bild: Screenshot

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