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ZDF-Intendant Schächter strebt keine weitere Amtszeit an

24.01.2011 23:00 | ZDF (Zweites Deutsches Fernsehen)

ZDF-Intendant Markus Schächter hat in Mainz angekündigt, dass seine Amtszeit als Intendant des ZDF am 14. März 2012 enden werde. Er strebe keine weitere Amtszeit an. Zu den Gründen sagte Schächter: "Es ist meine persönliche Überzeugung und mein Amtsverständnis, dass Spitzenpositionen in Top-Unternehmen nur in klarer Befristung erfolgreich ausgeübt werden können. Zwei Amtsperioden sind in meinen Augen ein gutes Zeitmaß und zehn Jahre die richtige Zeitspanne. In diesem Rahmen können Ziele definiert, ein Team zusammengeführt und die Ziele dann erfolgreich umgesetzt werden. Danach ist es Zeit, die Führung in andere Hände zu legen. Die Vorsitzenden des Fernsehrats und des Verwaltungsrats kennen meine Position in dieser Frage seit langer Zeit." Die Mitglieder des Fernsehrats und des Verwaltungsrats habe er in einem Brief vom Montag über die Entscheidung vorab informiert, so Schächter.

Schächter machte weiter deutlich, dass das jetzt beginnende digitale Jahrzehnt das klassische Fernsehen gravierend verändern werde. Die Folgen der zunehmenden Verschmelzung von Netz und TV erfordern tiefgreifende Entscheidungen. Schächter: "Es geht um eine langfristige Perspektive, die über eine mögliche nächste Amtsperiode hinaus reicht. Deshalb ist es vernünftig und sinnvoll, dass die Verantwortung für diese Weichenstellungen frühzeitig in neue Hände übergehen kann."

Schächter betonte, er werde im März des kommenden Jahres einen gut aufgestellten Sender übergeben: "Wir haben in den letzten zehn Jahren unsere wichtigsten Ziele erreicht: "Der gigantische Schuldenberg ist abgebaut. Die Beschränkungen des analogen Einkanalsenders liegen hinter uns, mit ZDFneo haben wir einen erfolgreichen Eckstein für die digitale Programmfamilie gesetzt. Unsere Internetangebote sind legitimiert und beauftragt, es besteht rechtliche Klarheit und Zukunftssicherheit. Im Programm setzen wir Standards in Information, Fernsehfilm und Dokumentation, den Kernbereichen unseres öffentlich-rechtlichen Auftrags. Technologisch ist das ZDF mit seiner Mediathek und seinem Engagement in Bereichen wie HD-TV und HbbTV ein Innovationsmotor des deutschen Fernsehens."

Der Intendant wird gemäß ZDF-Staatsvertrag vom 77-köpfigen Fernsehrat für die Dauer von fünf Jahren in geheimer Wahl gewählt. Erforderlich sind die Stimmen von mindestens drei Fünftel der Mitglieder. Markus Schächter war am 9. Dezember 2005 mit nur einer Gegenstimme, dem besten Ergebnis, das ein Intendant in der Geschichte des ZDF je erreicht hat, für seine zweite Amtszeit (2007 bis 2012) wiedergewählt worden.

Ruprecht Polenz, Vorsitzender des ZDF-Fernsehrates würdigte die Leistungen des ZDF-Intendanten: "Die Entscheidung von Markus Schächter, im kommenden Jahr nicht mehr für eine dritte Amtszeit zur Verfügung zu stehen, verdient Respekt. Das ZDF hat Markus Schächter sehr viel zu verdanken. Schächter ist ein wichtiger Vordenker für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk, ein erfolgreicher Medienmanager und leidenschaftlicher Programmmacher. Er hat das ZDF in seiner Amtszeit programmlich, technisch und wirtschaftlich nach vorne gebracht und so die Weichen für die digitale Zukunft des Unternehmens gestellt."

Die Amtsperiode von Markus Schächter endet am 14. März 2012. Bis dahin hat der Fernsehrat grundsätzlich Zeit, eine Nachfolgerin oder einen Nachfolger zu wählen. Damit sich das Gremium möglichst schnell über ein Wahlverfahren verständigt, hat der Fernsehratsvorsitzende Ruprecht Polenz vorgesehen, dass das Erweiterte Präsidium in seiner bereits seit längerem geplanten Sitzung am 31. Januar 2011 die nächsten Schritte erörtert. Dabei ist insbesondere die Fernsehratssitzung am 18. Februar 2011 vorzubereiten, in der das konkrete Verfahren festgelegt werden soll. Ruprecht Polenz: "Ich bin sicher, dass wir im Fernsehrat über das Procedere der Intendantenwahl rasch Einvernehmen herstellen werden."

Quelle: ZDF
Bild: © medienhb.de

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