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WDR zeigt Film zu Herbert Feuersteins 75. Geburtstag

04.06.2012 16:01 | WDR (Westdeutscher Rundfunk)

Bastian Bastewka und Herbert Feuerstein in „Herr Feuerstein wird 75, und Herr Pastewka feiert ihn“ am 16. Juni 2012, 22:25 Uhr im WDR Fernsehen © WDR/Ralf Wilschewski Eine Stunde widmet sich der WDR dem 75. Geburstag von Herbert Feuerstein. In einem Film von Klaus Michael Heinz am 16. Juni um 22:25 Uhr im WDR Fernsehen spricht Bastian Pastewka über das Leben mit und ohne Fernsehen des außergewöhnlichen Journalisten, Kabarettisten, Entertainers und Musikers Herbert Feuerstein, der erklärt,  wie und wo er wurde. Der Sendungstitel „Herr Feuerstein wird 75, und Herr Pastewka feiert ihn“ verspricht ein Kammerspiel  der besonderen Art: leise und lustig, kalauernd und philosophisch, aufklärend und unterhaltend. Gebirge, Gipfelkreuz, Schnee, Sonne und Wolken, großes Orchester, der Blick geht weit in die Ebene, auf ein langes und abwechslungsreiches Leben. „Du hasst Pathos?“ fragt Bastian Pastewka. „Worauf du einen … kannst“, antwortet Herbert Feuerstein. 

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Gemeinsam stehen die beiden also auf dem schneebedeckten Untersberg bei Salzburg, machen Exkursionen durch die weltberühmte Festspielstadt zu ihren Füßen, unternehmen schweigend einen Ausflug ins ehemalige Führersperrgebiet am Obersalzberg. Der Film von Klaus Michael Heinz ist ein ernster Spaß und straft den Jubilar Lügen, der seinen Lebenslauf einmal so beschrieb: „eingleisig, schmalspurig und mit Getöse nach unten“ - und das nur, weil seinVater Fahrdienstleiter der eingleisigen Schmalspurbahn zwischen Zell am See und den Krimmler Wasserfällen war und er selbst 1937 im Bahnhofsgebäude von Zell am See zur Welt kam.

Liebe, Verzweiflung und manchmal Hass, das sind die Gefühle, die den Österreicher Herbert Feuerstein mitreißen, wenn er von sich, seiner
Herkunft und von Salzburg, der Stadt seiner ersten zwanzig Lebensjahre spricht. Hier kennt er noch immer fast jeden Stein, hier weiß er mehr als die
meisten Fremdenführer, hier fallen ihm fast überall persönliche Anekdoten ein: zum Elternhaus in Sichtweite des Obersalzbergs, wo er als kleiner
Junge Hitlerreden rezitierte, zum See von Schloss Leopoldskron, in den er im Winter einbrach und fast ertrank, weil er Hilferufe peinlich fand, zur
Müllner Pfarrkirche, wo er die Orgel schlug - und Bastian Pastewka beim neuerlichen Besuch den Blasebalg treten muss.

In Salzburg besuchte Herr Feuerstein die Schule bis zum Abitur und studierte währenddessen und anschließend am Mozarteum. In dessen
Wiener Saal gab er seine ersten Konzerte am Cembalo und am Flügel, und hier wird er jetzt von Herrn Pastewka mit einem Ständchen gefeiert.
Erinnerungen kommen hoch an die Ohrfeigen, die der junge Musikus in den 50er Jahren bezog, weil er unter dem Pseudonym Robert Stein
Kritiken verfasst hatte, zum Verdruss von Kommilitonen und Professoren. Einem vorzeitigen Ende des Studiums folgte - auch der Liebe wegen - die
Auswanderung nach New York.

Am Ufer der Salzach, die Altstadt Salzburgs im Hintergrund, beschreibt Herbert Feuerstein seinen kuriosen Weg vom Amerika der 60er Jahre zurück nach Frankfurt am Main, wo er seine journalistische Tätigkeit als Chefredakteur von „MAD“ mit einer längst als historisch anerkannten Leistung krönen konnte: der Bereicherung des deutschen Wortschatzes um die Ausdrücke „lechz“, „würg“, „stöhn“ und „hechel“.

„Lass uns über Schmidt reden!“ Eine Aufforderung, die den Dialog zwischen den Herren Feuerstein und Pastewka wie ein roter Faden durchzieht. Über jenen Schmidt also, den der Jubilar einst in der Rateshow „Pssst ...“ persönlich kennen lernte und mit dem er bei „Schmidteinander“ Fernsehgeschichte schrieb. Über jenen Schmidt, der mit ihm beim Geburtstag vor fünf Jahren ein Drei-Sterne-Menu an Bord eines Rheindampfers verzehrte und jetzt den Himmel auf Erden erlebt. Während Herbert Feuerstein die Welt bereist, große Konzerte moderiert, kleine Rollen auf der Bühne sowie im Kino übernimmt - und immer noch gerne über Salzburg spricht: über den „Jedermann“ vor dem großen Dom und das kleine Rotlichtviertel nebendran, das er aber nie ...

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