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SWR soll moderner, relevanter und erfolgreicher werden - Intendant Boudgoust stellt Strategieprozess dem Rundfunkrat vor

03.12.2009 23:00 | SWR (Südwestrundfunk)

Mit einem schrittweisen strategischen Umbau will der Südwestrundfunk (SWR) moderner, relevanter und erfolgreicher werden. Dies erklärte SWR-Intendant Peter Boudgoust bei der Sitzung des Rundfunkrates am Freitag, 4. Dezember 2009, in Stuttgart. In einer Gesellschaft, die sich stetig verändere, müsse sich auch der SWR stetig wandeln. Dabei gehe es nicht um Bilderstürmerei, sondern um ein behutsames aber beständiges Nachsteuern. Boudgoust: „Wir denken beim Strategieprozess eher in Jahren als in Wochen, wissen dabei aber auch: Wenn wir jetzt nicht angefangen hätten, wäre es bald zu spät gewesen.“ Der SWR-Intendant erläuterte dem Gremium die drei eingeleiteten strategischen Projekte. Das erste zielt darauf ab, die Jugend stärker an den SWR zu binden, das zweite Projekt hat das Ziel, im Fernsehen verstärkt die Mitte der Gesellschaft zu erreichen, und das dritte Projekt soll Nachrichten für alle bieten: Für alle Bevölkerungsschichten auf allen Verbreitungswegen.

Zum ersten Projekt, genannt „Digital Natives“, erklärte Boudgoust, dass der SWR zwar ein sehr gutes Kinderfernsehen, beispielsweise mit dem „Tigerentenclub“, und ein gutes Angebot für Erwachsene habe, bei dem Lebensabschnitt dazwischen klaffe jedoch eine Lücke. Diese müsse geschlossen werden. Geschehen soll dies, so Boudgoust, „mit schrägen und jungen Sendungen und Online-Angeboten. Mit Pepp, aber auch mit Tiefgang. Ich glaube, das geht, und ich bin gespannt, was hier herauskommt.“ Dieser Teil des Strategieprozesses finde maßgeblich online statt, in dem Medium, in dem sich junge Leute am häufigsten aufhalten.

Bei dem strategischen Projekt, das auf das Fernsehen ausgerichtet ist, gehe es darum, dass alle Altergruppen das SWR Fernsehen als ihr Lieblingsprogramm entdecken sollen. Boudgoust: „Ich will nicht, dass das SWR Fernsehen sich künftig nur noch an die Jungen wendet. Das Zauberwort ist nicht \'jung\' und nicht \'alt\', sondern es geht um Frische, zeitgemäße Anmutung, um Aktualität. Auch eine Sendung, die thematisch eher ältere Zuschauer interessiert, kann \'modern\' sein. Auf der Höhe der Zeit, was die Bildsprache und die Themen angeht.“ Gleichzeitig müsse das SWR Fernsehen ein Programm bieten, das eindeutig auf den Südwesten Deutschlands ausgerichtet ist, der auch kein „alter“ Landstrich sei, sondern für die „Erfindung“ der deutschen Demokratie auf dem Hambacher Schloss ebenso stehe wie für technische Innovation bei den baden-württembergischen Tüftlern, für den Schmelztiegel am Rhein, wie ihn Zuckmayer beschrieben habe, ebenso wie für die jungen Wilden der deutschen Winzer. Boudgoust: „Wir leben in einem tollen Teil Deutschlands, und das soll man unserem Programm auch anmerken.“

Das dritte strategische Projekt schließlich betreffe die „Königsdisziplin öffentlich-rechtlicher Programmarbeit, die Nachrichten“. Als Vorbild, an dem sich der SWR ausrichten könne, nannte der SWR-Intendant die „Tagesschau“. Boudgoust: „Die \'Tagesschau\' ist ein hervorragendes Beispiel für eine Sendung, die deshalb so beständig Erfolg hat, weil sie sich stets behutsam gewandelt hat. Nicht in Riesensprüngen, die \'Tagesschau\' hat ihre Zuschauer nie vor den Kopf gestoßen.“ Entsprechend diesem Vorbild sollen beim SWR Radio, Fernsehen und Online zusammen ein großes Nachrichtenangebot bilden, das, so Boudgoust; „einfach und verständlich und gleichzeitig immer auf dem aktuellen Stand ist.“

Quelle: SWR, Pressestelle

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