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Falsche Abo-Zahlen?: Sky hat Ärger mit Finanzaufsicht BaFin

22.11.2010 23:00 | Sky (Sky Deutschland AG)

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hält nach Angaben des defizitären Pay-TV-Senders Sky die Bilanzierung der damaligen Premiere AG im Jahr 2007 für fehlerhaft.

Dabei gehe es um den Jahresabschluss und den Konzernabschluss zum Abschlussstichtag 31. Dezember 2007 sowie den Lagebericht und Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr 2007 der Premiere AG (jetzt Sky Deutschland), teilte Sky in einer Pflichtveröffentlichung mit.

Von der Prüfung der BaFin betroffen sei auch der Halbjahresfinanzbericht zum Stichtag 30. Juni 2008 und der Zwischenlagebericht für die ersten sechs Monate des Geschäftsjahrs 2008. Die Aufsicht habe bemängelt, dass die Abonnentenzahlen der Gesellschaft in den Lageberichten für das Geschäftsjahr 2007 um rund 623.000 und im Zwischenlagebericht für die ersten sechs Monate des Geschäftsjahrs 2008 um rund 611.000 zu hoch ausgewiesen worden seien. Darüber hinaus sollen Risiken im Zusammenhang mit dem geplanten Erwerb der Bundesligarechte für die Spielzeiten 2009/2010 bis 2011/2012 im Jahr 2008 nicht ausreichend beurteilt und erläutert worden seien.

Die BaFin habe zudem beanstandet, dass im Konzernabschluss zum 31. Dezember 2007 und im Halbjahresfinanzbericht zum 30. Juni 2008 der Geschäfts- oder Firmenwert um 248,4 Millionen Euro beziehungsweise 251,9 Millionen Euro zu hoch angesetzt worden sei. Im Halbjahresfinanzbericht zum 30. Juni 2008 sei die Ertragslage um mindestens zehn Millionen Euro zu hoch angegeben worden. Außerdem sei im Zwischenlagebericht zum 30. Juni 2008 nicht ausreichend auf bestehende Risiken für die Finanzlage des Konzerns wegen einer kurzfristig drohenden Verletzung von Kreditbedingungen in den Finanzierungsverträgen und einer hieraus resultierenden Kündigungsmöglichkeit der kreditgebenden Banken zum 30. September 2008 hingewiesen worden.

Die Feststellungen der BaFin haben nach Angaben des Pay-TV-Senders derzeit keine unmittelbaren bilanziellen Auswirkungen. Sky Deutschland halte die Feststellungen der BaFin für unzutreffend und werde diese gerichtlich überprüfen lassen. Sollten die Feststellungen der BaFin allerdings bestandskräftig werden, würde Sky möglicherweise die Jahresabschlüsse ab dem Geschäftsjahr 2007 korrigieren. Darüber hinaus könnten Bußgelder verhängt werden und Schadensersatzansprüche von Dritten geltend gemacht werden.

Bild: © medienhb.de

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