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RTL2 “Tatort Internet”: Medienaufsicht leitet Prüfverfahren ein / Trotzdem lobende Worte

27.10.2010 22:00 | RTL II (RTL2 Fernsehen GmbH & Co. KG)

Stephanie zu Guttenberg © Stephanie zu Guttenberg Die Direktoren der Landesmedienanstalten begrüßen die gesellschaftliche Diskussion, die die bisher ausgestrahlten Folgen von „Tatort Internet“ auf RTL2 über die Gefahren in Chats ausgelöst hat. „Tatort Internet kann trotz mancher Zweifel an der Gestaltung der Sendung dazu beitragen, dass Eltern, die sich bislang nicht mit der Problematik beschäftigt haben, jetzt möglicherweise sensibilisiert sind und sich mehr dafür interessieren, mit wem ihre Kinder im Netz chatten“, erklärt der ZAK-Vorsitzende Thomas Langheinrich. „RTL2 richtet sich überdies auch an Zuschauer, die über die traditionellen Informationswege schwer zu erreichen sind. Das Thema verdient Aufmerksamkeit in allen Bevölkerungsgruppen.“ Unabhängig davon wird sich nach einer Vorprüfung durch die Hessische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen) eine Prüfgruppe der Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) mit der RTL2-Sendung „Tatort Internet“ beschäftigen.

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Das haben die Direktoren der Landesmedienanstalten in ihrer Sitzung in Mainz beschlossen. Die Prüfgruppe wird vor allem der Frage nachgehen, ob in den jeweiligen Beiträgen die mutmaßlichen Täter durch Äußerungen über ihre Lebenssituation für Außenstehende erkennbar waren und so Persönlichkeitsrechte verletzt und journalistische Standards missachtet wurden. „Ohne das Ergebnis der Prüfung vorwegzunehmen, gilt grundsätzlich, dass bei der Berichterstattung über Unglücksfälle, Straftaten, Ermittlungs- und Gerichtsverfahren die Medien in der Regel keine Informationen in Wort und Bild veröffentlichen dürfen, die eine Identifizierung potenzieller Opfer und Täter ermöglichen“, so Prof. Wolfgang Thaenert, Direktor der LPR Hessen. Auch die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) wird sich in ihrer Sitzung am 11. November 2010 mit „Tatort Internet“ beschäftigen. Die Landesmedienanstalten engagieren sich seit Jahren für mehr Jugendschutz im Internet und arbeiten dabei eng mit Fachorganisationen wie jugendschutz.net zusammen. Sie unterstützen Angebote, die Eltern und Kindern Tipps für einen sicheren Umgang mit dem Web und den Chats bieten, wie z. B. www.klicksafe.de, www.klicktipps.net oder www.chatten-ohne-risiko.net, und initiieren Veranstaltungen zu diesen Themen. Dazu unterstützen sie mit zahlreichen Publikationen, Materialien und Arbeitsheften die medienpädagogische Arbeit von Lehrern und Pädagogen. Quelle: ALM

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