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P7S1-Chef Ebeling sieht Sparpotenzial: Fotos statt Bewegbild bei TV-Nachrichten

23.02.2010 23:00 | ProSiebenSat.1 Media AG / ProSiebenSat.1 Group

Thomas Ebeling (Foto), Vorsitzender des Medienkonzerns ProSiebenSat.1, plant das Budget der Nachrichtenproduktionen für ProSieben, SAT.1 und kabel eins um zwei Drittel der gegenwärtigen Kosten zu reduzieren. Das sagte er auf einer Diskussion in Berlin, zu der er durch den N24-Redaktionsausschusses eingeladen war. Auf die Frage, wie er das denn schaffen wolle: „Man muss ja nicht immer unbedingt ein bewegtes Bild zeigen. Ein Foto reicht doch auch.“

Erst im Dezember vergangenen Jahres hatte Ebeling angekündigt, alle Optionen inklusive einem Verkauf des Sender N24, der auch die Nachrichten für die Schwestersender ProSieben, SAT.1 und kabel eins herstellt, zu prüfen. Neben N24-Geschäftsführer Torsten Rossmann der zusammen mit Ex-Spiegel-Chef Stefan Aust per Management-Buy-Out den Sender kaufen würde, soll es weitere Interessenten geben, so Ebeling. Noch sei es zu früh, die Ernsthaftigkeit der Bewerbungen zu prüfen. Wie der Konzernchef sagte, habe man den „Denkprozess noch nicht abgeschlossen“. Ebeling weiter: „Ein Fortbestand in der jetzigen Form ist aber in jedem Fall nicht angedacht.“

Eine Reduzierung der Sendezeiten für ProSieben-„Newstime“, die „SAT.1 Nachrichten“ und die „kabel eins News“ sei laut Ebeling trotz Sparmaßnahmen nicht angedacht. Er betonte sogar, dass Nachrichten auch für ihn persönlich zu einem guten Programm dazu gehören.

Christan Wulff (CDU), Ministerpräsident von Niedersachsen, reagierte auf die geäußerten Sparpläne, Fotos statt Bewegbild zu zeigen, eher mit Spott. „Dann könnten wir Ihnen ja auch einfach eine Videotext-Seite geben“, sagte der Politiker.

Wulff forderte indes auch, Privatsendern, die einen gesellschaftlichen Mehrwert bieten wollten, unter die Arme zu greifen. So schlug er vor, Privaten die Infrastruktur der gebührenfinanzierten Programme zu öffnen: „Wenn die Öffentlich-Rechtlichen wie jetzt nach dem Beben auf Haiti in Krisengebieten eine TV-Station errichten, müssen die Privaten das zu festen Bedingungen mit nutzen können.“

(od)
Quelle: Meedia / Bild: ProSiebenSat.1

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