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Ebeling: Grenze bei Programm-Einsparung ist erreicht - mit Ausnahme von N24

27.11.2009 23:00 | ProSiebenSat.1 Media AG / ProSiebenSat.1 Group

Aus Sicht von ProSiebenSat.1-Konzernchef Thomas Ebeling ist die Grenze der finanziellen Einsparungsmöglichkeiten bei den Programmen von Sat.1, ProSieben und kabel eins offenbar erreicht. „Wir dürfen ein bestimmtes Niveau bei den Investitionen ins Programm nicht unterschreiten. Deshalb machen wir uns jetzt jede weitere Reduzierung der Programmkosten sehr schwer“, so Ebeling in einem Interview mit der „SZ“.

Der Spar-Stopp gilt jedoch nur für die großen Sender der Gruppe: Für den Informationssender N24 hält sich der Konzernchef derzeit weiter alle Optionen offen - bis hin zum Verkauf -, die geprüft werden müssen. Ebeling betonte: Man sei im Konzern zwar stolz auf den Erfolg von N24 als Marktführer, habe „mit Nachrichten dennoch ein wirtschaftliches Problem“. Sie seien „vielleicht für das Image bei Politikern wichtig, aber nicht unbedingt bei allen Zuschauern“, führt der ProSiebenSat.1-Chef aus. „Der Durchschnittszuschauer wird nicht verzweifeln, falls es bei N24 Veränderungen geben sollte“.

Im Hinblick auf die zunehmende Konkurrenz aus dem Internet will Ebeling das „Zusammenwachsen von Online und Fernsehen“ weiter vorantreiben. „Bei der Entwicklung von neuen Formaten müssen wir darauf achten, dass diese besonders für das Fernsehen geeignet sind, also zum Beispiel live sind oder zumindest Live-Charakter haben. Ein Fußballspiel, eine Show wie `Schlag den Raab´ oder Quizsendungen werden typischerweise im Fernsehen angeschaut“, sagte Ebeling der „SZ“.

Trotz teils schlechter Erfolge der neuen Sat.1-Sendungen, will der Konzernchef an der Verpflichtung von Oliver Pocher und Johannes B. Kerner als neue Sat.1-Gesichter unvermindert festhalten. Ebeling: „Kerner passt als Sendergesicht hervorragend zu Sat.1, er macht ja neben dem Magazin noch anderes. Vor allem Fußball und den Jahresrückblick“. Dem schwächelnden „Kerner“-Magazin will er hingegen Zeit geben. „Ich bin optimistisch, dass wir das hinbekommen, wenn alle Beteiligten das Konzept weiter verbessern“. Und: Comedian Oliver Pocher sei laut Ebeling „wichtig für die Verjüngung von Sat.1.“

Für das Jahr 2010 rechnet Ebeling mit einer Stabilisierung der wirtschaftlichen Lage im Konzern. Der ProSiebenSat.1-Chef geht nach eigener Aussage davon aus, dass sich der Werbemarkt im kommenden Jahr zwischen 2 bis minus 4 Prozent bewegen wird. Mit einem erneuten Wachstum rechnet er jedoch nicht vor 2011.

Bild: © ProSiebenSat.1
(od)

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