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N24-Betriebsrat lehnt Verkauf des Nachrichtensenders ab

30.05.2010 21:00 | N24 (N24 Media GmbH)

Der Betriebsrat von N24 hat sich fürs Erste gegen einen Verkauf des Nachrichtensenders an das eigene Management ausgesprochen. In einer Email an die Mitarbeiter des Senders und den ProSiebenSat.1-Vorstand lehnt der Betriebsrat einen Verkauf an Dritte, auch an das Management, ab und fordert den Verbleib des TV-Kanals in der Senderkette des Medienkonzerns.

Zur Begründung heißt es, der Betriebsrat habe bisher nur unzureichend Kenntnis über das Konzept im Falle des Verkaufs bekommen. Die Angst sitzt tief, dass N24 und seine Nachrichtenproduktion außerhalb des TV-Konzerns schwerer überleben könnten. Bisher gilt das Management um Senderchef Torsten Rossmann zusammen mit Ex-SPIEGEL-Chefredakteur Stefan Aust als aussichtsreicher Kandidat. Rossmann und Aust setzen darauf, künftig nicht mehr nur die Sender von ProSiebenSat.1 zu versorgen, sondern auch andere Sender mit Nachrichteninhalten zu beliefern.

Der N24-Betriebsrat schätzt die Chancen hierfür als pessimistisch ein und befürchtet, dass die Mitarbeiter etwa im Falle einer späteren Pleite finanziell schlechter dastünden als bei einer Entlassung im Rahmen des zwei Jahre laufenden Sozialplans von ProSiebenSat.1. Von einem Stellenabbau wären laut Bericht, von etwa 210 Vollzeitstellen, knapp 100 betroffen - sowohl im Falle eines Verbleibs im Konzern also auch beim Verkauf an das Management. Nach früheren Berechnungen würde die Zentralredaktion rund die Hälfte der 70 Kollegen verlieren, die Parlamentsredaktion drei Viertel.

Neben Rossmann und Aust gehören auch der TV-Produzent Jan Mojto (mit SPIEGEL TV als Nachrichtenlieferant) und der russische Investor Dmitrij Lesnewski zu den Interessenten. Lesnewski, der Ende vergangener Woche den Spartenkanal Das Vierte verkaufte, hat für N24 eine Arbeitsplatzgarantie abgegeben, die offenbar zwei Jahre gilt und mit einer Bankbürgschaft abgesichert sein soll. Bis zur Hauptversammlung der ProSiebenSat.1 Media AG am 29. Juni soll die Entscheidung über die Zukunft des Senders fallen.

(od)
Quelle: SPIEGEL ONLINE
Bild: © MCI

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