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MDR muss sparen: Bis 2016 fehlen rund 115 Millionen Euro

11.05.2010 22:00 | MDR (Mitteldeutscher Rundfunk)

Der Rundfunkrat des MITTELDEUTSCHEN RUNDFUNKS (MDR) hat auf seiner Sitzung am Montag die Prämissen des MDR-Wirtschaftsplans 2011 begrüßt. Das Gremium unterstützt den strikten Sparkurs des Senders vor dem Hintergrund einer kumulierten Finanzierungslücke in Höhe von rund 115 Millionen Euro bis zum Jahr 2016.

MDR-Intendant Prof. Udo Reiter informierte den Rundfunkrat heute über die mittelfristige Finanzplanung des MDR. "Durch verschiedene Faktoren muss der MDR bis 2016 kumuliert 115 Millionen Euro einsparen." Mit welchen konkreten Maßnahmen das geschehen kann, werde derzeit geprüft. Einzelne Maßnahmen sollen bereits für die Planung 2011 berücksichtigt werden. Reiter betont: "Einen Kahlschlag wird es nicht geben."

"Der Rundfunkrat unterstützt die Sparanstrengungen des MDR und das Verfahren, mit dem er sein Sparziel erreichen möchte", so Johannes Jenichen, der Vorsitzende des MDR-Rundfunkrates.

Rundfunkrat spricht sich für Kirchhof-Gebührenmodell aus Prof. Udo Reiter stellte dem Gremium des Weiteren den Kern des von ARD, ZDF und Deutschlandradio beauftragten Kirchhof-Gutachtens zu einem möglichen Gebührenmodell ab 2013 vor:

"Das aktuelle gerätebezogene Gebührenerhebungsmodell hat laut Kirchhof große Defizite, es verfehlt seine ursprünglich angelegte Wirkung und produziert damit Ungleichbehandlung. Machbar wäre aber eine Abgabe, die sich weg von den Geräten hin zu den Menschen in Haushalten und Betriebsstätten als Anknüpfungspunkte bewegt.
Ein solcher Übergang ist laut Kirchhof verfassungs- und europarechtlich möglich, jedoch sollte er schonend und auf sanfte Weise vollzogen werden", fasst der MDR-Intendant das Gutachten zusammen. Der Rundfunkrat des MDR nimmt das Gutachten von Prof. Kirchhof sowie dessen Vorschläge zustimmend zur Kenntnis.

Drei-Stufen-Test: Stand und weiteres Verfahren
Der MDR-Rundfunkrat hat heute die Telemedienangebote von 3sat und Phoenix zustimmend zur Kenntnis genommen und ist zu der Auffassung gelangt, dass die Angebote vom Auftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks umfasst sind. Der federführend verantwortliche ZDF-Fernsehrat wird diese Beratungsergebnisse nun in seine weitere Prüfung einbeziehen.

Darüber hinaus hat der MDR-Rundfunkrat heute das weitere Drei-Stufen-Verfahren für den MDR- und KI.KA-Telemedienbestand abgestimmt. Der Telemedienausschuss des MDR-Rundfunkrates empfiehlt eine Anpassung der Telemedienkonzepte in verschiedenen Punkten - unter anderem in Bezug auf JUMP Interaktiv: Das Gremium empfiehlt das ausschließlich im Internet verbreitete Hörfunkprogramm nicht weiterzuführen und schlägt vor, ausgewählte Elemente bei MDR-Online zu integrieren. MDR-Intendant Prof. Udo Reiter sagte eine Prüfung des Vorschlages zu.

MDR-interner Innovationswettbewerb abgeschlossen
Auf große Resonanz stieß der von Prof. Udo Reiter im vergangenen Jahr unter MDR-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeitern ausgerufene Innovationswettbewerb.

"227 Mitarbeiter waren meinem Aufruf gefolgt, einmal abseits der eingefahrenen Wege Vorschläge für Projekte im Programm oder Strukturverbesserungen zu machen", berichtet der MDR-Intendant dem Gremium.

Expertenjurys haben diese Vorschläge geprüft und elf davon als herausragend eingestuft. Diese wurden heute, Montag, 10. Mai, vorgestellt und mit einer Prämie ausgezeichnet. "Es gilt jetzt, interessante Vorschläge auf ihre Machbarkeit hin abzuklopfen", so Reiter.

Quelle/Pressekontakt: MDR
Bild: © MDR

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