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Insolvenzantrag: joiz stellt lineares TV-Programm auf IPTV und Web-TV um

17.12.2014 06:59 | joiz (joiz GmbH/joiz AG)

Illustration: Logo joiz © joiz Der Social-TV-Sender joiz Germany steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Wie das Unternehmen am 16. Dezember mitteilte, habe man beim Amtsgericht Berlin-Charlottenburg einen Antrag auf Insolvenz in Eigenverantwortung eingereicht. Als Gründe stünden vor allem die hohen Distributions- und Personalkosten einerseits und die zu geringen TV-Werbeumsätze anderseits im Raume.  Deshalb werde der Free TV-Sendebetrieb in den kommenden Monaten auf reines Web- und IPTV umgestellt. Die kostenintensivere Verbreitung über Satellit und Kabel fällt dann weg. Dennoch möchte das Unternehmen eigene Kerninhalte auf seine junge Zielgruppe weiter fortsetzen. Das Angebot wird wie bisher aus täglichen, eigenproduzierten, interaktiven Sendungen sowie Serien bestehen. Beim Sanierungsverfahren bleibt die joiz-Geschäftsleitung zunächst im Amt, ihr wird jedoch von außen ein sogenannter Sachwalter zur Seite gestellt.

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Ziel sei es, so der Sender, "möglichst viele der derzeit 65 Arbeitsplätze zu erhalten". Das Unternehmen teilte weiterhin mit, dass von der Sanierung ist nur die joiz GmbH, die joiz Germany betreibt, betroffen ist. Die Unternehmen joiz AG, joiz Schweiz AG und joiz IP AG, die als joiz Global die Technologie vermarktet, sind nicht tangiert.

Joiz Germany ist seit dem 5. August 2003 auf Sendung und vor allem Online und in den sozialen Netzwerken aktiv. Allein auf Facebook hat joiz über 200.000 Fans; Visits und Unique User sind seit August 2013 um über 600 Prozent angestiegen. „Wir wissen, dass joiz Germany sein Publikum hat. joiz-TV-Formate genießen vor allem im Web und in den sozialen Medien eine hohe Relevanz, wie z.B. die Präsenz unter den Top Ten der deutschen Twitter-Trends. Bedauerlicherweise kann dieser hohe Stellenwert bei der jungen Zielgruppe nicht in der Reichweiten- und Quotenmessung der GfK abgebildet werden. Damit fehlt uns in der Ausweisung durch die AGF/GfK die Reichweiten-Größe, die für die Vermarktung des Free TV-Senders und damit die Finanzierung notwendig sind. Die klassischen TV-Umsätze sind klar unter den Erwartungen geblieben“, so Alexander Mazzara, CEO joiz AG. „Daher sehen wir im deutschen Free-TV-Markt mittelfristig leider keine Perspektive für den Free TV-Sender joiz und möchten uns mit dem Angebot im Web über IPTV und kostenfreie digitale Distributionsplattformen auf die Kernmedien unserer jungen Zielgruppe konzentrieren.“
 

(jm)

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