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DLM-Vorsitzender: "Medien- und Meinungsvielfalt im Lokalen stark gefährdet"

23.03.2013 17:03 | die medienanstalten (ALM GbR)

Illustration: Logo die medienanstalten © ALM GbR Die Medien- und damit die Meinungsvielfalt sind nach Ansicht von Dr. Jürgen Brautmeier, Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM), besonders im lokalen Bereich stark gefährdet. Die rasanten Umbrüche im Markt hätten gravierende Auswirkungen auf die Finanzierbarkeit und die Qualität der Angebote, und damit auf die Existenz lokaler Rundfunk- und Zeitungsangebote; das Aus für die Westfälische Rundschau habe dies zuletzt in drastischer Weise gezeigt, sagte er.  Brautmeier äußerte sich auf dem diesjährigen Symposium der DLM, das am 21. März 2013 zum Thema „Lokale Medien in der digitalen Welt“ stattfand. Bis zum Abend diskutierten Expertinnen und Experten aus Medienpolitik, -wirtschaft und Medienforschung sowie Journalisten über die Zukunftsaussichten lokaler Medien. 

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Nach Auffassung von Brautmeier, der auch Direktor der Landesanstalt für Medien NRW (LfM) ist, brächten das Internet und vor allem dessen mobile Nutzung zwar neue lokale Möglichkeiten der Publikumsansprache und Interaktion. Er sagte: „Standortbezogene Informationen und Dienste sind in Zeiten von ´Big Data` immer besser verfügbar, gezielter auffindbar und bequemer abrufbar. Das mobile Internet wächst, und die nach lokalen Gesichtspunkten immer differenziertere Aussteuerung von Inhalten macht den Standort des Nutzers zu einem immer wichtigeren Kriterium für den Anbieter.“ Diese so genannten "Location Based Services" eröffneten neue Dimensionen nicht nur für die Kommunikation, sondern auch für die Werbung und damit für die Finanzierung lokaler Angebote und Inhalte. Die Frage bleibe allerdings noch unbeantwortet, wie traditionelle Medien wie Lokalzeitungen sowie lokale Radio- und TV-Veranstalter diese technischen Möglichkeiten ökonomisch und publizistisch sinnvoll für sich einsetzen könnten.

Den Medienanstalten komme deshalb eine zentrale Aufgabe zu: „Wir sorgen für einen chancengleichen Zugang für regionale und lokale Veranstalter zu den Infrastrukturen wie Kabelnetze oder Portale und damit zum Nutzer. Ohne Regulierung bewahren wir nicht das, was für das Funktionieren unserer Gesellschaft lebenswichtig ist“, so Brautmeier weiter.  Zu den Referentinnen und Referenten der Tagung zählten u.a. Jacqueline Kraege, die neue Chefin der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei, welche über die „Anforderungen an Politik und Regulierung für vielfältige Lokal-  und Regionalangebote“ sprach.

(jm)

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