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VPRT-Präsident Doetz fordert werbefreien öffentlich-rechtlichen Rundfunk ab 2013

27.12.2009 03:14

Jürgen Doetz, der Präsident des Verbandes Privater Rundfunk und Telemedien (VPRT) fordert die baldige Einführung der Werbefreiheit im öffentlich-rechtlichen Rundfunk.

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In der Frage um die für 2013 geplante Einführung eines neuen Gebührenmodells für die öffentlich-rechtlichen Sender, über das im Sommer 2010 entschieden wird, lehnte Doetz eine stufenweise und langfristige Abschaffung der Werbefinanzierung ab. ?Die Klärung in der Gebührenfrage wird die Weichen für das duale System stellen?, so Doetz gegenüber der Nachrichtenagentur ddp.

Mit einer deutlichen Anhebung der Rundfunkgebühren bei dem Verzicht auf Werbung sei nicht zu rechnen: Nach Ansicht von Doetz, gibt es ?eine Vielzahl von Einsparmöglichkeiten, man kann auch Angebote streichen.? Insbesondere in den Bereichen Sport und Unterhaltung gehörten öffentlich-rechtliche Programmangebote laut dem VPRT-Präsident auf den Prüfstand. Doetz ergänzte jedoch auch, dass man die Angebote im öffentlich-rechtlichen Rundfunk nicht kaputt sparen dürfte, die Vielfalt müsse erhalten bleiben.

Von einem künftigen Werbeverbot bei den Öffentlich-rechtlichen erhofft sich Doetz einen faireren Wettbewerb zwischen den Rundfunksystemen. ?Das bringt uns keine Reichtümer, aber eine schärfere Trennung.?

?Im Bereich der Information, der Bildung und Kultur müssen die Inhalte stärker akzentuiert werden?, sagte Doetz. Die Angebote müssten sich deutlicher von denen der Privaten unterscheiden, ?das muss auch im Interesse von ARD und ZDF sein?. Hier liege es an der Politik zu prüfen, was die öffentlich-rechtlichen Sender leisten müssen.

Aus Sicht von Doetz sei es mit Blick auf die Programmangebote der Privatsender schwierig, den Begriff Qualität zu definieren. Deshalb müsse Qualität auch danach bewertet werden, was Zuschauer erreicht ?und nicht, was das Feuilleton gerne sehen würde?. Einem Sender wie RTL könne daher niemand die journalistische Qualität in Abrede stellen, obwohl es Informationsprogramme bei den Privaten auch aufgrund begrenzter Refinanzierungsmodelle schwer hätten.


(od)

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