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Fernsehen unterwegs: DVB-T-Testfahrt bestätigt Handover-Mechanismus

14.03.2011 01:08

Die Verbesserung des mobilen Empfangs von DVB-T gehört zu den Zielen der Arbeitsgruppe Terrestrik der Deutschen TV-Plattform. Im Kern geht es um die Frage, wie die rund 1,5 Millionen in Kraftfahrzeugen eingebauten DVB-T-Empfänger unterwegs besser versorgt werden können. Dr. Torsten Köhler (hr) berichtet über den aktuellen Stand der Entwicklungsarbeiten.

Was ist unter automatischem Handover beim sogenannten ÜberallFernsehen zu verstehen?

Dr. Torsten Köhler: Durchquert man bei Reisen Deutschland oder gar Europa, passiert man mehrere verschiedene DVB-T-Sendegebiete mit unterschiedlicher Frequenzbelegung. Beim Wechsel muss bisher jedes Mal ein neuer Sendesuchlauf am DVB-T-Empfänger gestartet oder per Hand umgeschaltet werden. Der sogenannte automatische Handover, an dem Programmveranstalter, Geräteindustrie und Sendenetzbetreiber jetzt arbeiten, soll eine kundenfreundliche Lösung fürs ÜberallFernsehen unterwegs sein. Im Übrigen betrifft das nicht nur Personenwagen, sondern mobilen Digital-TV-Empfang via Antenne in jeglichen Fortbewegungsmitteln.

Wie funktioniert das Handover?

Dr. Torsten Köhler: Der gegenwärtig praktizierte Mobilempfang stützt sich auf Datenstrukturen, die für diese Empfangssituation bei weitem nicht ausreichend sind, ungefähr vergleichbar einem mobilen UKW-Empfang ohne RDS. Zur Verbesserung der Situation sollen ergänzende Service-Informationen (SI) neben den bereits vorhandenen Datenstrukturen in den sogenannten PSI- und SI-Tabellen für eine Optimierung sorgen. Zur Implementierung von Algorithmen für einen störungsfreien optimierten Handover bei DVB-T werden derzeit durch die Rundfunkanstalten versuchsweise spezielle Daten im DVB-Signal ausgestrahlt. Hinzugekommen sind neue Kenngrößen.

Ist das Verfahren auch für DVB-T2 geeignet?

Dr. Torsten Köhler: Prinzipiell sind diese Daten auch für den Nachfolgestandard DVB-T2 geeignet – insofern ist die geleistete Arbeit in hohem Maße zukunftstauglich.

Wie sehen die nächsten Schritte aus?

Dr. Torsten Köhler: Bei einem Workshop am 17. Mai im Institut für Rundfunktechnik (IRT) wird die Deutsche TV-Plattform detailliert über diese innovative Entwicklung informieren. Nicht zuletzt geht es darum, wie der Handover deutschlandweit als Regeldienst umgesetzt werden und als Motor für europaweite Entwicklungen fungieren kann.


Das komplette Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der "TV Zukunft", bei den Kollegen der Deutschen TV-Plattform.

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Quelle: TV Zukunft / Deutsche TV-Plattform
Bild: © Media Broadcast / medienhb.de

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