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3DTV: Experten über Chancen und Risiken

17.11.2010 06:19

Der Trend zu dreidimensionalem TV hat deutlich an Bedeutung gewonnen, und erste Programme haben deutsche Haushalte erreicht. Schon seit Frühjahr beschäftigt sich die Deutsche TV-Plattform intensiv mit den Thema. Wie und welche Chancen sowie Risiken in der aktuellen Entwicklung liegen, erläutern Gerhard Schaas  (Foto) als Vorstandsvorsitzender des Vereins und Dr. Dietrich Westerkamp, Vorstand und Leiter der AG 3D-HD-TV.



Hatten sie zu Jahresbeginn damit gerechnet, dass bereits zu Weihnachten 2010 zehntausende Haushalte in Deutschland 3DTV schauen werden?

Gerhard Schaas: Nein, das Tempo hat mich etwas überrascht. Zwar war der 3D-Erfolg in den Kinos schon beachtlich, aber in der Fernsehbranche gibt es doch eine beachtliche Anzahl noch zu klärender Themen. Hierbei geht es nicht nur um technische Punkte – wie z. B. einen kompatiblen 2D/3D Übertragungsstandard – sondern auch um inhaltliche, gestalterische Aspekte nach dem Motto: „Wie viel 3D verträgt der Mensch“.

Nichtsdestotrotz verfolgt die Deutsche TV-Plattform aufmerksam jede Entwicklung im Bereich des digitalen Fernsehens und hat rechtzeitig ein entsprechendes Arbeitsgremium geschaffen. Zugleich war im Vorstand sehr schnell klar, dass wir bei unserem traditionellen Symposium im Herbst diesmal eine Verbindung von HDTV und 3DTV in den Mittelpunkt stellen wollten.


Aber schon zur IFA 2009 zeichnete sich mit der Initiative einiger Gerätehersteller doch ab, dass entsprechende Technik schnell in den Markt „gedrückt“ wird …

Dr. Dietrich Westerkamp: Angebot und Nachfrage sind immer zwei Paar Schuhe: Nicht jede innovative Technik ist sofort auch ein Markterfolg, wie wir bei HDTV gelernt haben. Dass die Menschen an ihren modernen TV-Bildschirmen auch 3D genießen wollen, zeichnete sich schon zu Beginn der Entwicklung ab. Ob das auch immer gleich bedeutet, einen 3D-TV-Kanal zu starten und ob sich das am Ende des Tages rechnet, ist die noch offene Frage. Schließlich kann man ja auch über Blu-ray und Spielekonsolen 3D am TV-Gerät nutzen.

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Ist es für einen Verbraucher nicht riskant, bevor eine Technologie standardisiert ist, sich schon wie im Fall 3DTV nicht gerade billige neue Technik zuzulegen?

Gerhard Schaas: Ein Restrisiko bleibt immer bei Neuentwicklungen, dass sich Parameter ändern oder bestimmte Neuerungen am Markt sich nicht durchsetzen und dann Unterhaltungselektronik nicht mehr wie beabsichtigt nutzbar ist. Innovationen um jeden Preis, fragmentierte Entwicklungen und sich unabgestimmt entwickelnde Märkte sind immer auch verbraucherunfreundlich. Wir als Deutsche TV- Plattform wollen genau das vermeiden und treten ein für klare und breit akzeptierte Standards, Koordination entlang der gesamten Wertschöpfungskette und vor allem ausreichende Felderprobung. Wichtig ist uns hierbei auch die fundierte Information an Politik, Handel und Verbraucher.


Das komplette Interview lesen Sie in der aktuellen Ausgabe der “TV Zukunft“, bei den Kollegen der Deutschen TV-Plattform.

Quelle: TV Zukunft / Deutsche TV-Plattform
Bild: © Deutsche TV-Plattform / medienhb.de

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