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Kritik am Deutschen Fernsehpreis: Film- und Fernsehschauspieler planen Aufstand

09.10.2010 15:58

Der Unmut über die Vergabepraxis beim „Deutschen Fernsehpreis“ wächst. Wie FOCUS berichtet, planen Schauspieler, Drehbuchautoren und andere Kreative der Branche nun einen eigenen Preis ins Leben zu rufen - nach Vorbild der „Emmys“.

Michael Brandner, Schauspieler und Vorsitzender des Bundesverbands der Film- und Fernsehschauspieler, und seine Kollegen sind verärgert, dass beim „Deutschen Fernsehpreis“ fast alle personenbezogenen Auszeichnungen gestrichen wurden. Brandner sagte dem Magazin, er halte es für problematisch, wenn „diejenigen, die Produktionen beauftragen, sie anschließend mit Preisen versehen“. Brandner weiter: „Wir müssen die Sender aus der Verantwortung nehmen, aus dem Fernsehpreis eine große Show zu machen, wenn ihnen die Aufgabe, einfach die Fernsehschaffenden zu ehren, als Grund nicht reicht.“

Der Deutsche Fernsehpreis wird von den vier großen Programmveranstaltern ARD, ZDF, RTL und SAT.1 vergeben. Zum Unmut der Schauspieler, Regisseure, Drehbuchautoren und Musiker fielen die Kategorien Regie, Nebendarsteller, Musik und Drehbuch in diesem Jahr weg. Die Anzahl der Kategorien wurde damit auf 18 reduziert.

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Die Ankündigung, die deutsche Fußball-Nationalmannschaft erhalte den Ehrenpreis der Stifter, hatte am Freitag erneut für Aufruhr in der Branche gesorgt. Wie FOCUS weiter berichtet, kündigten nun offenbar auch mehrere Musikverbände an, eine eigene Preisvergabe anzustreben. Bei der Verleihung des Fernsehpreises am heutigen Samstag im Kölner Coloneum wird mit Protestaktionen gerechnet, heißt es. Das Erste zeigt die Verleihung zum “Deutschen Fernsehpreis 2010” am Sonntag ab 21.45 Uhr, moderiert von Sandra Maischberger und Kurt Krömer.

(od)
Quelle: FOCUS
Bild: © Deutscher Fernsehpreis

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