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Bundestagspräsident Lammert kritisiert fehlende Bundestags-Übertragung bei ARD und ZDF

27.10.2009 17:46

Nach seiner Wiederwahl hatte Bundestagspräsident Norbert Lammert (CDU) die öffentlich-rechtlichen Programmanbieter scharf kritisiert. Ihm fehlt jedes Verständnis dafür, dass die konstituierende Sitzung des 17. Deutschen Bundestages nicht live in einem der Hauptprogramme übertragen wurde. Bei ARD und ZDF sieht man sich hingegen zu Unrecht kritisiert und verwies auf den gemeinschaftlichen Sender Phoenix.

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Lammert wies hingegen darauf hin, dass die gebührenfinanzierten Programme ihr ?üppiges Privileg? dem Parlament verdanken. Statt der von Lammert gewünschten Live-Übertragung aus dem Bundestag, strahlten Das Erste und das ZDF jedoch Unterhaltungssendungen wie ?Schaumküsse? und ?Alisa - Folge deinem Herzen? aus.

Laut einer Vereinbarung zwischen ARD und ZDF ist grundsätzlich festgelegt, dass besondere Bundestagssitzungen von dem Sender live übertragen werden, der in der jeweiligen Programmwoche kein ?Morgenmagazin? und ?Mittagsmagazin? produziert. In diesem Fall hätte dies, das ZDF getroffen. Hier sieht man den Informationsauftrag jedoch als erfüllt an.

«Die Konstituierung des Bundestages ist zweifellos politisch wichtig. Die Erfahrungen der letzten Jahrzehnte lehrt aber, dass es sich eher um einen organisatorischen Akt handelt. Es ging heute im Wesentlichen nicht um politische Inhalte und das Ringen darum. Aus diesem Grund halte ich die Live-Berichterstattung in ?Phoenix? für absolut ausreichend», so ARD-Chefredakteur Thomas Baumann.

Das ZDF hat die Übertragung zudem im Internet auf ?heute.de? bereitgestellt. Darüber hinaus werde Bundestagspräsident Lammert in allen Nachrichtensendungen von ?heute? und ?heute-journal? mit entsprechenden Auszügen zu sehen sein. Vom ZDF heißt es dazu weiter, dass das öffentlich-rechtliche Fernsehen seinem Informationsauftrag in allen Punkten nachkommt.

Bildquelle: Deutscher Bundestag

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